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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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CLIX
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clixVon dem Teutsch land.hen. Ir kleid was ein zwilch gypp: die hefften sie zu mit einem dorn wann sie Kleidung dersunst nichts hetten. Wan mocht doch die reichen erkennen bey jrem kleid, dann alten Teüt-sie trugen nit weite sunder enge kleyder, die gemessen waren nach grösse vnd schen-kleine der glidern. Sie weyber giengen gekleidt gleich wie die mann. Es hettkein man mere dan̄e ein weyb/ besunder in der landtschafft die sich streckt gegenJanschafftmitnacht vnd gegen auffgang der son̄en. Sie weyber waren keusch vn̄ schamhafftig vnd gafften ob gienten nit vmb sich nach andern mennern, es wardauch gar selten in solchem grossen volck erbruch gefunden. Wann aber einfraw deß überzeügt ward, so schnitt man jrdashar ab, vnnd enblößt sie voriren freünden vnd treib sie je man mit rüten auß seinem hauß, vnd schluͤg siebiß sie auß dem dorffkam. So was kein gnad mere wan̄ eins eebrüchig was hebruch.worden, es halff weder jugent noch huipsche, ia kein reichthúm. Sie iungengeseff en gaben sich spat zu der ee/ des gleichen eylt man auch nit mit den toͤch-Tatschla-Mofftern/ somit die geburt vnd frucht dester krefftiger vnd stercker würd. Wanneiner ein todtschlag hett begangen, so was das sein straf, das er muͤst gebenein bestimpte zal des vichs. Sie flissen sich über die maß sere zu der gastery vn̄wirtschafft vnd ward für oneerlich gehalten, wo man einen auß einem haußDie vollenstieß, oder von dem tisch vertrib. Sie suffen tag vnd nacht, vnd ward auchnit für oneerlich geacht so einer truncken ward. Sie hüben vil gezancks an Teütschen.nach der zech/ aber schmachten einander nit, sunder entrichten den zanck mitstreichen. Wann sie tractiern vnd handlen wolten von dem krieg oder vondem friden/ so theten sie das in den wirtschafften, gleich als were sunst kein ander zeit, in der der mensch sein hertz einfaltiglicher entblößt vnnd ernstlicherbewegt wirt zu grossen sachen. Ir tranck was bier, doch welche bey den waͤs-sern woneten, die gebrauchten sich des zugefürten weins. Sie hand gar schle-chte speyß genossen, als holtzöpfel, tuch brot vn saure milch. Aber im trinckenwaren sie onmaͤssig. Sie gebrauchten sich eins kurtzweiligen spyls, nemlich Schwerdas die jungen gesellen bloß vnd nackecht vnder den schwertern vnd spiessenvon beschedigung sich wie ein gauckler verschlagen konten. Vff das würffel spylspyl waren sie begirig, daß sie nach verlierung aff er guͤter auch vmb diefreiheit spylten, vnd welcher do verlor, der begab sich willigliche in deß an dndienstbarkeit vnd wan̄ et schon jung vnd starck was ließ er dan̄ocht sich binkönneden vnd verkauffen. Sie todten beweinten sie nit lang, aber schmertzen vnndtraurigkeit truͤgen sie lenger. Man ließ die weiber trauren/ aber die menner hinderdachten was geschehen was. Es spricht Strabo , das sie vorlanger zeit herin keinen stetten hand gewont, dann sie mochtensich nit mit einand betragen, darumb saß einer hievotreder ander dozt/ nach tem er ein behilff han mochtvon einem bronnen/ acker oder wald. Vnnd alsomachten sielange dörffer, vnd nam ein jed für sichweite gnuͤg/ domit das fewr kein grossen schadenthuͤn moͤchte, wiewol sie auch nit so kunstreich waren/ daß sie die heuiser nach zusam̄en hetten moͤgenfügen. Ire heüser waren all ein zuͤr not/vn̄ zū keinenlust gemacht, darund sassen sie nackecht bey demfewaD ij