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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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CXCVIII
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Das dritt bſchexcviijtern, hab ich hieher gezogen auß der heyligen legend, vnnd auß keinem Bewerten scribenten. Sann ick weis wol das etlich sie für ein fabel haben.is sijVon landrechten Sie im keyserchumfeind gemacht worden.NAch dem die Teütsch nation ist kommen vnder die regierung des Rö-mischen Reychs, seind von den zeyten des grossen keyser Carles biß vff dies lands ordnungOttones, vnd von den Ottonen vff die Henrichen vnd Friderichen garvil vnd seltzamme landrecht gemacht worden, vn̄ entlichen zusammen in einbuͤch gesetzt vnd ordenlichen mit jren titteln beschuben. Sie bſch wirt gar sel-ten gefunden/ ist mir auch nie gesehen worden biß vff den leisten monat des jarsChristi 1543. do hat es mir zu gestelt herr Adelberg Maier, der loblichen stattBasel Burgermeister, ein sunderlicher liebhaber der historien vnnd antiquite-ten/ in dem findt man gar seltzammel andrechten, die vnsern vorfaren, besunderder Schwäbischen nation seind vorgeschriben worden, von denen will ich et-liche anzeigen mit kurzen worten.Gleich wie von anfang der beschöpffung biß vff vnsere zeyt sich verlauffenhaben sieben welt, vn̄ wir seind ietzunt in der siebenden welt, die bestat also langals gort will derselben weys seind auch die sieben hörschilt vffgeleit. Ser kü-Sieben höre-nig hebet den ersten, die bischoff, apt vnnd äptissen die do gefurstet seind hebenschildt.den andern. Sie leien fürsten den dritten, die freyherren den vierden, die mit-telfreyen den fünfften, die dienstman den sechsten, vnd den siebenden hörschilthebt ein ietlichen man der nit eigen ist oder ein kind ist.Sippe zal wirt genomen vnd dem menschlichen leyb. San bey dem hauptwirt bescheiden weyb vnnd man, die eelich zusammen kommen seind, vnd dieGrades ge kind von in beiden geboren werden bezeichnet am nehsten glid bey dem Haupt,nemlich do die arm stossent an die schultern. Geschwistrige kind die ander sip-bluts.pe, die ston an dem andern glid vn dem haupt herab gezelt, das glid heißt derelenbog. Sie dritt sipp stot an dem dritten glid/ do die hand an den arm stoßt/vnd die vierdte an dem vierden glid, do der mittel finger in die hand stosset.Sie funfft sipp stat am fünfften glid/ nenlich am andern glid des mittel fingers.Sie sechsten am dritten glid des mittel fingers vnnd die siebende vor dem na-gel des mittel fingers. Nun welche kinder nach dissen sieben glidern sich verglei-chen, die nemen auch zu gleicher weys das erb.Hat ein pfaff ein kirch oder einpfründ, dar er sich betragen mag, so theilen seine geschwistrige nit mit im das varende gut.Wer erb nimpt, der soll auch die schuld gelten, die der tod man gelten solt-Siebstal/ spill vnd raûb ist niemand schuldig zu gelten für den andern.Es mügen nit zeügen kinder die vnder vierzehen jaren seind, noch weyber,hann in etlichen sachen, bůben, thuͤmb oder torecht leüt, blinden, taͤuben, onsin-nigen/ ketzer/ verbanten vnd meincidig leüt.Es mag ein kind seins vaters vnnd muͤter erb verwſrcken mit xiiij. Tingen/& van ein kindnemlich, so der sün bey seiner stieff muter ligt, oder so er seinen vatter faht vndnit erbet.inschleußt wider recht, oder so der sun seinen vatter anspricht, vnd solich tingvon hem vatterruͤget, die dem vatter an den lyb gangent, oder so ein sun sei-nen

wittich