Buch 
Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
Seite
CXCIX
JPEG-Download
 

excixVon dem Teutschland.nen vatter schlecht an wange, oder merglichen bescholten hat /oder vff in klagtdas den vatter in schaden bringt an eeren oder am guͤt, oder der sun ein dieboder bößwicht wurd, oder den vatterirret vnd verhindert an seiner seelen heilam todtbett, oder so der sun ein spilman wirt wider des vatters wiß en/ oderwolt nit bürg werden für den vatter, oder wölt in nit lösen von gefengnuß, aderso der vatter vosinnen kompt, vn der sun verwart ju nit, oder so der sun hemvatter ſein gūt vertuͤt mit onfuͤr.So ein man stirbt on kind vnnd veilat ein fraw, soll die fraw onbekum-mert sitze biß züm dreissigsten tag. Von dem erb soll man zum ersten dem gesind jren lon geben, vnnd soll sie nit außstossen biß zum dreissigsten tag vntzsie sich anderswo versehen mögen. Sarnoch müß die fraw theilen mit den erben.Sie sol auch ires mans roß vn sattel/ Harnisch vn̄ das best schwert geben seinenherren, ob er ein dienstman was. Sie fraw soll geben den erben ein Bett, ein pful-wen, ein kiissi vn̄ zwei leylachen, Fistlachen vn ein badkappen, zwo zweheln vnͤzwei becki. Sas ist die gemein hinfart, do setzen dieleiit mancher hand ding zudas dar zu hötet. Wo aber die fraw der dingen nit hat, der soll sienit geben.Wann zwen oder mere geborn seind zu einer to dleib, soll der alter das schwert todleyb.nemen vorhin, Tarnach theilen sie gleich, vnnd der iünger der welet. Es sollauch der eltest bruder seiner iünger brüder vogt sein biß sie vffgewachsen, dar-nach soff er in güte rechnung geben.Wünchet man ein knaben vnder vierzehen jaren oder ein jungfraw vnderzwölff jaren, dem sol nichts abgon an landrechten vnd lehenrechtten im erben.kommen sie aber über diß zil so ston Ire nehsten fründ an jr erb. Weißman dasalter eigentlichen nit, soll man zeugen such en am leyb, der erst ist so man kleinhaͤrlin sindt vnder der nasen, der ander so man solichs find vnd der uchsen, derdrit ob dem gemecht, do mit wirt bewert daß der knab vierzehen jar alt ist oderdarüber, aber die iungfraw mag mit dissen zeichen nit über wünden werden.Wan soll allen raub vnd diebheit zweifeltig gelten, so sie mit gericht beno Dieb.tet werden. Geben sie aber wider on benötet, so sol man einfalt gelten. Strassen Rauberraub begat man sunderlichen an dryer hand leüten, an pfaffen, an praffen ge-sind, an bilgern vn an kaufleüten, die von land zu land faren. Wan soll dissestraßrauber hencken an ein galgen der vffgericht werde an ei offentliche straß-Hat man wider ein solichen rauber kein gezeugen, soll man im fürlegen Frey waldie wasser vrteil/ oder das heiß eisen vff der hand zu tragen, oder in ein wallen-den kessel mit wasser zu greiffen vntz an die elen bogen. Gericheter do mit, soister der anderen vrteilen ledig. Sie jr recht mit diebstal oder straßraub ver-würckent, ob man sie desselben raubs oder diebstals andrest ziher, die mügentmit jren eiden nit ledig werden, man sol in die drey chur fürteilen, daß heiß eisenzutragen, oder die wasser vrteil oder in wallenden kessel zu greiffen,oder mit eiDem kampff sich zuͤ weren.Aft die weyl sich ein man mit seinem schwert begurten mag vnd vff ein roßmit einem schilt vnnd mit einemschaffte gesitzen mag, vnd man setztim ein-stock zu dem roß der einer tümen eln hoch ist, vnd man sol im den stegreichhaben, vnnd ein meile wegs gereiten mag, der mag haußhalten vnd mit sei-nem gnͤt vmb ghan als ob er vierzehen jar alt were.R iiij Wan̄