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I. Band.
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hohen und theuren Eid, dem Grafen in seinen erwähnten Eigenschaftendie angelobte Treue zu bewahren * *).

Vieljährige Ruhe und Frieden scheinen für Bern die nützlichen Früchtedes Savoyischen Schirmes gewesen zu sein. Daß die Zwistigkeiten mitKyburg auf freundschaftlichem Fuße beseitigt wurden, beweist die Erneue-rung des Bundes mit Freiburg, welche Schultheiß Konrad von Vifers,der Rath und die Gemeinde von Freiburg einerseits, Schultheiß Kunovon Bubenberg, der Rath und die Gemeinde von Bern andererseits imJahre 1271 in der Kirche zu Neucnegg beschworen. So großen Werthlegte man von beiden Seiten auf die Bundesgenosienschaft, daß manfestsetzte, wenn der Schirmherr von Bern, der Graf von Savoycn oderdie Gräfin Anna von Kyburg mit Tod abgiengen, wo in diesem letztemFalle die vormundschaftliche Verwaltung des Grafen Rudolf von Habsburgaufhören würde, so sollte keine von beiden Städten ohne den Rath derandern einen neuen Schirmherr» annehmen. Uebrigens behielten dieBerner das Reich, wenn ein deutscher König oder Kaiser mit hinläng-licher Macht in die Gegend des Rheins und nach Basel käme, die Frei-burger ihren Herrn vor. Merkwürdig ist der Artikel des Bündnisses, inwelchem ausgemacht wird, daß wenn eine Stadt der andern bei einerihr zu leistenden Hülfe wider Verhoffen Schaden zufügen sollte, Schult-heiß und Rath derjenigen Stadt, die den Schaden verübt hätte, sichnach der andern begeben und daselbst so lange verweilen müßten, bisder Schaden gut gemacht wäre. Uebrigens sollte der Vertrag, obgleichauf ewige Zeiten abgeschlossen, alle zehn Jahre aufs Neue beschworenwerden **).

Indessen bewarb sich Graf Eberhard von Habsburg-Laufenburg umdie Hand der Erbin von Kyburg. Eberhard war der dritte Sohn desGrafen Rudolfs von Habsburg, mit dem Beinamen des Stillschweigenden,der mit sechs Söhnen seinen Wohnsitz zu Laufenburg aufgeschlagen, nach-dem er mit seinem Bruder Albrecht die väterlichen Besitzungen getheilthatte. Allein obgleich Pfalzgraf Otto IV. von Burgund Bruder derGräfin Elisabeth und Oheim der Gräfin Anna diese Heirath auf alleWeise begünstigte, so wußte ihr doch Graf Rudolf von Habsburg Eber-hards Vetter, dessen Verfügung Anna's Vermählung so schöne Güterzu entziehen drohte, eine Menge von Hindernissen in den Weg zu legen,welche Eberhard nur durch bedeutende Opfer zu Gunsten Rudolfs über-winden konnte. Erst zu Ende des Jahres 1271 oder Anfangs 1272

Ouiclienon, preuve, p. 82.

*) Urk. im Archiv, abgedruckt in Walther's Geschichte des bernischen Stadt-

rechts. Soloth. Wochenbl. t 83 t. S. 327 .