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I. Band.
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Durch des Königs Vermittlung wurde eine Fehde mit den BrüdernKonrad und Burkard Senn von Münsigen beendigt, in der die letzter»von den Bernern Schaden erlitten hatten

Ueberhaupt schien Rudolf als König der Deutschen die Zwistigkeitendes Grafen von Habsburg vergessen zu wollen. Auch sein Vetter, GrafEberhard, wurde jetzt billiger von ihm behandelt. Nicht daß sein Ehr-geiz und seine Landersucht nach seiner Erhöhung schwächer gewordenwären, allein dieselben hatten einen höher» Standpunkt gewonnen, umso seltener wurden kleinliche Reibungen. Rudolf für seine Person, denBegriffen der Zeit nach im Besitz der höchsten weltlichen Würde desErdkreises, hatte jetzt nur noch darauf zu sinnen, wie er den Glanzseines Hauses auf die künftigen Geschlechter übertragen wollte, und rich-tete, obgleich ihm der Freisinn der Völker, die sie bewohnten, bekanntwar, seine Aufmerksamkeit auf jene Gegenden am Fuße der Alpen, welcheder Wiege seines Stammes am nächsten lagen, und selbst als die Siegeüber Ottokar seiner Nachkommenschaft ein ganz anderes Feld zur Er-langung irdischer Hoheit angewiesen hatten, gab er die alten Gedankennicht auf. Die Gründung eines Erbherzogthums in dem allemannischenund bnrgundischen Helvetien, vielleicht die Wiederherstellung des mehr-mals zu Grunde gegangenen Königreichs Burgund für einen Fürstenseines Namens, scheinen seinem Geiste nicht undeutlich vorgeschwebt zuhaben. Nächst einigen mitwirkenden Umständen und den Fehlern, dieseine Enkel, vorzüglich aber sein Sohn Albrecht, begiengen, waren derFreisinn, den die großartige Gestaltung der Natur den Söhnen diesesLandes eingeprägt hatte, und der unbesiegbare Entschluß, die angestammteFreiheit mit dem letzten Blutstropfen zu vertheidigen, der unerschütterlicheFels, an dem die weiten Entwürfe des ersten Habsburgischen Königsin diesen Gegenden scheiterten.

Die nächste Zeit über hielt sich König Rudolf viel in Helvetien auf.Anfangs Juli 1275 verweilte er zu Baden, wo er am 11. Juli hier derStadt Laupen die Freiheiten der Stadt Bern ertheilte * *) **). Von hierbegab er sich nach Solothurn, wo er am 16. ein strenges Strafgesetzwider die Gotteslästerer erließ, und von da nach Lausanne, woselbst ermit dem Pabste Gregor X. eine Zusammenkunft hielt. Rudolf, der seineGemahlin, die Königin Anna, und seine Kinder bei sich hatte, wich hiervon seiner gewohnten Einfachheit ab, um sich in einem außerordentlichenGlänze zu zeigen. Sein Feierkleid wurde auf 900 Mark Silbers, eine

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*) tlrk. »Me xontoin Leruo X D ill iao 8t. 8texb»nl 123^. Svlvth,

Wochenbl. 1826, S. 3i6.

**) Urk. im Archiv und im Soloth. Wochenbl. 1828, S. 381.