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der sich nicht schämte, sein erst kürzlich erworbenes Bürgerrecht zu Bernentfernten Aussichten auf Begünstigungen von Seite des österreichischenHauses aufzuopfern. Auch der Bischof von Lausanne, die Herren vonThurn, von Montcnach, von Belp, von Burgistein und Andere mehr* *)traten dem Vereine gegen die unerschrockene Reichsstadt bei, welche zwarentschlossen blieb, ihre Ehre und Selbstständigkeit mit dem letzten Bluts-tropfen zu vertheidigen, allein sich für den Augenblick nicht stark genugfühlte, einen an Zahl so überlegenen Feind angriffsweise in der Ent-fernung aufzusuchen. Als aber die gegnerischen Schaaren bis in ihreigenes Gebiet und nahe an die Thore der Stadt vordrangen, und nachder Kriegsgewohnheit der Zeit alles mit Raub, Verwüstung und Brandheimsuchten, da ließ Bern ohne alles Aufsehen in der Eile an die auchin Zeiten der Bedrängniß treu gebliebenen Freunde, den Grafen Hart-mann von Habsburg-Kyburg und die Stadt Solokhurn, eine Mahnungergehen. Fast gleichzeitig mit einem gewaltigen feindlichen Heerhanfenrückten die Freunde heran **).
Des Unglück's wohl eingedenk, welches ihnen vor neun Jahren inder Schooshalde zugestoßen war, weil sie in augenblicklicher Aufregungkampflustigen Sinnes der guten Ordnung vergaßen, sorgten die Bernervor allem für einen tüchtigen Feldhauptmann, dessen Tapferkeit denKriegern zum Vorbilde dienen, so wie seine Erfahrung und Kenntniß
als in seiner Verbürgerrechtung den Grafen AmadeuS vorbehalten hatte.Doch spricht hiesür keine bestimmte Quelle. Graf Rudolf, Herr zuWelschncuenburg, der in der Schlacht am Donncrbühl kämpfte, istoft mit dem gleichzeitigen Rudolf n., Grafen von Neucnburg undHerrn von Nidau, aus demselben Stammhause verwechselt worden.Herr Oberst Stck in seiner gründlichen ungedruckten Bearbeitung derGeschichte des Hauses Neuenburg, führt auch diesen als Theilnehmcr ander Schlacht am Donnerbühl an und begründet seine Vermuthung aufden Umstand, daß die Bcrncr nach der Schlacht das demselben gehörigeSchloß Bremgarten zerstörten. Gegen dieselbe sind hingegen das Still-schweigen der beiden ältesten Quellen und der Oberbefehl Ulrich'S vonErlach, eines nidauischen LehenträgcrS auf bernerischer Seite.
*) Justinger.
**) Justingcr nennt auch den Grafen Peter von Aarberg. Aus HerrnStek's Bearbeitung der urkundlichen Beschreibung des Hauses Neucn-burg geht indessen hervor, daß Peter der einzige Sohn Graf Wilhelm'S,der erst 1324 gestorben sein soll, zur Zeit der Schlacht am Donncrbühlnoch sehr jung gewesen sein mußte. Perer hatte im Jahr 1319 einenheftigen Zwist mit seinem Vater, in Folge dessen er sich des SchlossesAarbcrg bemächtigte und seinen Vater zum Gefangenen machte. DieBerner nahmen sich indessen des Grafen Wilhelm'S an und Peter mußtesich einem schiedsrichterlichen Spruche des Raths zu Bern unterwerfen.Peter starb wahrscheinlich bald nach dem Jahre 134g.