von Rotenbach um 3000 Pfd. Bern - Währung verkaufte *). Den 28.Sept. entließ der Graf die Thuner aufs Feierlichste ihrer bisherigen Eideund Pflichten gegen ihn **). Am 5. Oktober bestätigten der Schultheiß,der Rath, die Zweihundert und die Gemeinde der Bürger von Bern demRath, der Gemeinde und den Bürgern der Stadt Thun alle ihre Hand-festen, Rechte und Gewohnheiten***) und am 15. Oktober leisteten derRath und die Gemeinde der Stadt Thun der Stadt Bern feierlicheHuldigung 1), worüber sie eine förmliche Urkunde ausstellten. Am 12.Dezember erhielt Eberhard indessen das Verkaufte um eine Mark Silbersjährlich wieder zu Lehen 1!). Aus de,r darüber ausgestellten Urkundeaber gebt deutlich hervor, daß die Berner vermuthlich gleich bei Ab-schließung jenes Kaufs dem Grafen einen Revers ausstellten, vermögedessen er zur Wicdcrlösung der Herrschaft nach 10 Jahren befugt war.Nicht unwahrscheinlich ist es, daß die Berner sich geschmeichelt habenmögen, Graf Eberhard, welcher nicht verheirathct war und für einenschwächlichen Mann galt, würde vor dem Ende dieser Frist ohne Hinter-lassung männlicher Nachkommenschaft das Zeitliche segnen. In dieserErwartung wurden indessen die Käufer bald nachher bitter getäuscht.Bei der ganzen Verhandlung hatte sich Philipp von Kien, Herr zu Worb,als thätigstes Werkzeug gezeigt. Daß dieser Edelmann, der als naherZeuge vielleicht Mitschuldiger der an Hartmann von Kyburg verübtenruchlosen That beigewohnt hatte, zum Lohne seiner Bemühungen in denRath von Bern gewählt wurde, ward von vielen frommen und redlichenLeuten zu Bern aufs bitterste getadelt 111).
Kurz vorher im Juli desselben JahreS hatte König Ludwig dieWaldstättc gemahnt, ihren Waffenstillstand mit Oesterreich aufzukünden.Um sich aber zu dem Kriege, welcher in Folge dieser Aufkündung ent-stehen mußte, gehörig zu stärken, forderten die Waldstätte Bern zu einerVerbindung auf, welche durch beiderseitige Abgeordnete zu Lungern ab-geschlossen und von Seite Bern'ö Mitte August 1323 förmlich genehmigtwurde ^).
Von nicht geringerer Wichtigkeit für die Erweiterung der Machtvon Bern als der Kauf um Thun, war die im folgenden Jahre 1324erfolgte Lösung der Reichspfandschaft Laupen von Perrod von Thurn,
*) Urk. im Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1830 , S. 27 t.
'*) Urk. im Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1830 , S. 275.
***) Urk. im Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1830 , S. 27«.
1) Urk. im Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1830, S. 438.
11) Urk. im Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1830 , S. 29».
111) Justingcr.
') Tschudi ->-I 1323.