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I. Band.
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ihres vorhin Verlornen, überlassen, Bald darauf verbrannten die Frei-willigen von Bern, das Freiheitsfähnlein genannt, die Burg Schönenfeldbei Graßburg. Kurz vorher hatte man die kyburgische Feste Strättlingcnbei Thun eingenommen und in derselben eine sehr ansehnliche Beute ge-funden *). Ihrerseits hingegen waren die Freiburger, die einen gewissenRitter Rudolf von Liebgassen in ihre Dienste genommen hatten, überden Lengenbcrg bis Belp gedrungen, wo sie sich ob dem Dorfe gelagerthatten. In Berücksichtigung ihrer großen Zahl und der vortheilhaftenStellung in der sie standen, trug der Schultheiß von Bern, LaurenzMünzer, Bedenken, dem Muth und der Kampflust seiner unerschrockenenMitbürger freien Lauf zu lassen und zog sich zurück. Solche Vorsichtfand jedoch keine Anerkennung bei dem Rath und der Gemeinde vonBern. Ein Schultheiß von Bern sollte niemals zaudern, wo es denKampf um Ehre und Freiheit galt. Laurenz Münzer ward seines Amtsentsetzt.

Mittlerweile ließ Graf Eberhard von Kyburg keine Gelegenheitvorüber, wo er den Bernern einen Schaden zufügen zu können glaubte.So führte er eine ziemlich bedeutende Schaar zusammengerafften größten-theils fremden Kriegsvolks über den Hauenstein nach Burgdorf und vonda nach Geren stein, wo er die Berner in einen Hinterhalt zu lockensuchte. Diese rückten jedoch stark genug und in guter Ordnung gegenihre Feinde an, welche in der ersten Bestürzung die Flucht ergriffen.Auf dieser wurde unter andern der österreichische Landvogt im Aargau,der Kriech von Aarburg, gefangen. Göz von Wildenstein hingegen ver-lor das Leben. Endlich zogen die Berner noch mit Grafen Peter vonAarberg nach Wifflisburg in die Waadt, wo ihnen eine so große Beutez» Theil ward, so daß jeder gemeine Kriegsknecht für seinen Antheilsieben Gulden erhielt**).

Durch solche glänzende Thaten hatten sich die Berner, wo nicht dieLiebe, doch wenigstens die Achtung ihrer Nachbarn erworben, als endlichdie zu Königsfeldcn sich aufhaltende Königin Agnes von Ungarn, sei es,daß wahrer christlicher Sinn sie antrieb im Alter Blutvergießen zu hin-dern, so wie sie in der Jugend Blutvergießen geboten hatte, sei es, daßsie vielleicht ein Vorgefühl faßte, wie dereinst solcher Kriegsruhm Bernzur Nebenbuhlerin der Macht ihres Hauses in diesen Gegenden erhebenmöchte, sich ernstlich mit der Vermittlung eines Friedens unter den

*) Justinger. Tschudi. Ryhiner.

**) Justingcr. Tschudi u. s. w. Diese Schriftsteller setzen, so wie Stettlcrund Läufer, die nach ihnen geschrieben haben, diese Kriegszüge in dasJahr 1333 . Wir aber folgen hier Ryhiner'S Ansicht, der sie in'S Jahr1332 setzt, weil der Friede schon Anfangs Februar 1333 geschlossen wurde.