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I. Band.
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wenn sie die ihrige bewahren wollten. Eilig sendete man den Altfchult-heißen Frecherm Johann von Krambnrg, über den Brünig zu den be-wahrten Freunden. Mit beredtem Munde schilderte Kramburg denLandleuten die arge Dedrängniß und die gefährliche Lage seiner Mit-bürger, mit denen es so weit gekommen sei, daß ein einziger Tag Rettungoder Untergang bringen müsse. Treuherzig antworteten ihm die Eidge-nossen: lieber Herr von Kramburg, besser erprobt man den Freund nicht,als in Zeiten der Gefahr, meldet euern Mitbürgern, daß wir ihnen inihrer großen Noth treulichen Beistand leisten werden. Und sofort zogenneunhundert wackere Krieger über den Brünig durch das Oberland hinab,den schwer bedrängten Berncrn zu Hülfe *).

Unterdessen war noch ein Bote des Friedens in Bern's Mauernangekommen, dessen Verhältnisse und Einfluß ihn mehr als irgend Jemandzum Vermittler eines ehrenvollen Friedens zu eignen schienen. Ludwig II.von Savoycn, Herr der Waadt, hatte nämlich seinen einzigen SohnJohann, der in manchen Feldzügen und Schlachten edle ritterliche Tu-gend bewährt, nach Bern gesendet, um wo möglich das äußerste zu ver-meiden, und auf billige Bedingungen einen Vertrag zwischen den im Feldestehenden Parteien zu Stande zu bringen. Er begab sich daher zuerstin's Lager der Herren vor Laupen, um den Inhalt ihrer Wünsche undAnsprachen zu vernehmen, welche dieselben immer höher steigerten, sodaß sie sich jetzt auf viele tausend Mark Silbers beliefen. Als Johanndie Berner mit der Summe der Ansprachen, welche jetzt von den Geg-nern erhoben wurden, bekannt machte, antworteten sie mit Würde undBescheidenheit: "Gnädiger Herr, wenn wir auch unsere sämmtliche Habeund all unser Gut dahin gäben, so möchten sie nicht hinreichen, dieseForderungen zu befriedigen, damit aber sowohl Euer Gnaden als Jeder-mann sich überzeuge, daß wir nichts begehren als was auf Recht undBilligkeit gegründet ist, so sind wir bereit mit Jedem vor einen unpar-teiischen Richter zu treten und nach dessen Spruch so viel zu erstatten,als unser Habe und Gut leisten mag." Ein Mehreres konnte wohl einunbefangener Mittler nicht verlangen, daher denn auch der Graf vonSavoyen mit diesen Vorschlägen in's Lager des Adels zurückkehrte, dieindessen von Seite desselben im übermüthigen Wahn eines nahen Siegesnur mit höhnendem Spotte empfangen wurden. Als nun aber Johann,nachdem seine Versuche ohne einigen Erfolg geblieben, dem Auftrageseines Vaters gemäß ohne Theilnahme an dem Kampfe in die Heimathzurückkehren wollte, fielen einige seiner Bekannten in den Zaum seinesPferdes und hielten ihn mit Gewalt zurück, indem sie ihm die Abreise

*) Tschudi.

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