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Zu jenem Bunde mit Oesterreich hatte Freiburg im September seineEinwilligung gegeben *). Im folgenden Jahre aber verpflichtete es sich,den Herzogen von Oesterreich, weil sie die Herrschaft der Grafen vonKyburg an sich gebracht und dieselben auf immer mit ihnen verbundenhaben, so oft die Stadt durch sie oder ihren Landvogt ermähnt werde,zum Schutze dieser Besitzungen mit aller Macht an Reiterei und FußvolkHülfe zu leisten, so lange als die Grafen in dieser Verbindung mit ihnenbleiben würden **). Die engsten freundschaftlichen Verhältnisse vereintenjetzt beide zähbingischen Schwesterstädte. Am 15. Januar 1363 hattenSchultheiß , Räthe und Bürger von Freiburg dem Kaiser Karl ihreFreunde von Bern zu einem unparteiischen Gerichte wider den Freiherr»Matthias von Signau empfohlen, der am Landgerichte zu Rothweil vordem kaiserlichen Hofrichter, Grafen Rudolf von Sulz, beschworen hatte,daß die Berner ihm bei Nacht und Nebel mit offenem Banner seine Leuteermordet und seine Häuser verbrannt, worauf der Hofrichter ohne Wei-teres die Stadt in die Acht legte ***). Anfangs November des Jahres1364 wurden denn auch die Berner vorn Kaiser Friedrich von dieserReichsacht befreit 1). Bereits im Anfange des Jahres 1364 erneuertenbeide Städte ihre seit 1350 mit dem Grafen Amadcus IV. von Savoyen,dem sogenannten grünen Grafen, bestehenden Bnndeöverhältnisse, welchejetzt um so wichtiger wurden, als sich Amadeus seit 1359 im Besitze derWaadt befand. Ludwig II., Freiherr dcr Waadt, war nämlich im Jahre1350 gestorben, und sein einziger Sohn Johann schon 11 Jahre früherin der Schlacht bei Laupen geblieben. Seine Tochter Katharina, nachseinem Tode Herrin der Waadt, hatte dreimal geheirathet: zuerst 1333den Azzo Visconti zu Mailand, dann 1340 Rudolf von Brian^on, Grafenvon Eu, Connctable von Frankreich, und endlich 1352 Wilhelm vonFlandern, Grafen von Namür; aber alle drei Ehen waren kinderlos ge-blieben. Während nun der grüne Graf mit siegreichen Waffen seinenVetter, den Grafen Jakob von Piemont und Fürsten von Achaja, be-zwäng, der seinen Unterthanen ohne Bewilligung des Grafen von Sa-voyen, seines Oberlehensherrn, Abgaben auflegen wollte, kaufte im Juli1359 Wilhelm äs Is Lesume, der erste seiner Räthe, von Katharina,Gräfin von Namür und Herrin der Waadt, die Freiherrschaft Waadtund alle Länder, welche sie in Bugey und Valromey besaß, um 60,000
*) Schreiben von Freiburg vom tt. Sept. 1363. Spruchbuch S. 7t.
**) Dslum io iesto beotl lVlicbselis 1361.
***) Urk. den 11. Jan., abgedr. im Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1829, S. lol.-f-) Urk. vom nächsten Montage nach Allerheiligen 1361. Oollcct. Diplom, aufder Bibliothek zu Bern, Fol. i.vi, S. 183.