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geben, und im Falle von Verzögerung um allen Schaden nnd alle Un-kosten haften, welche sie nach dem eidlichen Zeugnisse ihres Schultheißenmöchten verwendet haben, um dieselben in ihre Gewalt zu bekommen.Zur Dingstätte.wurde Kirchdorf bestimmt. Die Berner verpflichtetensich, keinen seiner Leute im Simmenthal von der Kander hinweg in ihrBürgerrecht aufzunehmen, doch durften sie diejenigen darin behalten,welche wirklich Bürger waren, und auch ihre Kinder nnd ihre Kinds-kindcr annehmen, so wie alle freien Leute, die aus andern Ländern inseine Botmäßigkeit zögen. Solche Bürger sollten, waS sie an freiemGute besäßen oder noch erwürben, fernerhin als solches genießen, an-deres aber nach den Rechten des Orts, wo es läge, und in den Rech-ten und Gewohnheiten, wie bisher ihre Bürger in seinen Besitzungengesessen wären. Uebrigens behielt sich Herr Thüring vor, den Bernernkeine Steuern noch Teilen zu entrichten*). Thüring des ältern Bruder,Wolfhart der ältere, der bereits 1351 das Bürgerrecht von Bern an-genommen hatte, blieb auf der väterlichen Burg im Emmenthal nndkaufte 1367 von seinem Bruder Thüring und seinen Neffen Thüring demjungem und Wolfhart dem jünger» um 6200 Gulden die zweite Hälfteder Burg zu Brandis nebst den dazu gehörigen Vogteien über die Be-nediktinerklöster Trüb und Rüran und der Kirche zu Lüzelflüh, von denener die erste bereits besaß **). Durch diese Burgrechtsvcrträge mit demHause Brandis war der vorherrschende Einfluß der Stadt Bern sowohlim Simmenthale als im Emmenthale gesichert.
Im März des Jahres 1370 schloffen die Berner eine neue Verbin-dung mit dem Hause Oesterreich. Bereits im Jahre 1364 war die Kö-nigin Agnes, die stets bereit war, freundschaftliche Verhältnisse zu ver-mitteln, wo es der offenbare Vortheil ihres Hauses erhcischeu mochte,64 Jahre nach dem Tode ihres Gemahls, Königs Andreas von Ungarn,der nie mit ihr auf vertrautem Fuße gelebt haben soll, und mehr als50 Jahre nach dem unglücklichen Tode ihres Vaters und jener grausa-men Blutrache, die ganz Helvetica mit Entsetzen erfüllte, im 84stcnJahre ihres Alters zu Königsfelden gestorben, und von den vier Söh-nen Herzog Albrechts II. waren nur noch zwei, Albrecht und Leopold, amLeben, Herzog Friedrich war schon 1362 von einem Edelmann auf derJagd umgebracht worden, und hatte weder Weib noch Kinder hinter-lassen. Ihm folgte drei Jahre später Rudolf, der sich der kaiserlichenPfalz Erzherzog, des heiligen römischen Reichs Erzjägermeister und derganzen österreichischen Herrschaft mit kaiserlicher Gewalt obersten Landes-
*) Urk. von St. Lucicntag 1368.
*') Urk. von St. Jakobsabend im Höwet t3«7.