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Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise : meinem verwundeten Herzen zur Linderung vielleicht auch mancher traurenden Seele zum Trost geschrieben / von Sophie von La Roche
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und Ludwig den XVI. die andre für Freiheit undGleichheit der Stände, mit aller Lebhaftigkeit desNationalcharakters , und dem Geist der französi-schen Sprache reden. Man hört auch viele Aus-falle gegen unsere teutsche Fürsten, Grafen undBarons; sieht schon Manchen der Zeit entgegenlachlen, wo auch unsere Bürger und Landlcut««ufstehen würden. Unter den großen Teutschenwird niemand ausgenommen, als der Marggrafvon Baden und der Erbprinz von Rcuß. Dennder Marggraf von Anspach, den sie ehmals seheliebten , hat seine Freunde durch das sogenannteVerkaufen seiner Truppen verloren. Als dabei je-mand sagte: man konnte den Schweizer Cantsnsden nemlichen Vvrwurf machen , da sie auch ihreLandleute für Geld, in verschiedene fremde Dien-ste geben, wo sie in Kriegszeiten, eben so nahe andie Schlachtbank geführt würden , als die anspa-chischs Truppen im englischen Sold in America;so wurde von einem Schweizer behauptet: daßsie ihre Leute in Regimenter vertheilten , so baldsie bemerkten , daß die eroberte Freiheit, einenunruhigen Kriegsgeist in sie brachte, der viele inauswärtige Dienste führte. Durch Errichtung ei-gener Regimenter, wurde dieser Geist befriedigt»