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Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise : meinem verwundeten Herzen zur Linderung vielleicht auch mancher traurenden Seele zum Trost geschrieben / von Sophie von La Roche
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mid ruhiger Mine: es war hart, da ich selbst nachSolothurn zum Doktor gieng ihn zu holen, meinMann doch starb, und ich mir Fremden meine» Haus-halt führen mußte. Ietzo hat sie keine» Knecht undkeine Magd mehr, ihre Kinder versehen Halle Ar-beit, jedes wozu es Kraft und Geschick hat; folge»ihr alle, und lieben sie treulich. Glückliches Weidund Mutter! Gott segne dich und deine Kinder,dachte ich. Der Ton ihrer Klagen war einfach, wiedas Staunen und der Dank für die reiche Bezah-lung des Caffee und der Stube. Ich hatte in mei-ner Seele beobachtet» wie so deutlich der Grundunsers Denkens und Charakters , in kleinen Ge-legenheiten erscheint, besonders wie schnell sich dieGefühle zeige», welche in dem Grund des Her-zens für unsern Nächsten ruhen. Gerne hätte ichein neues, aber armes Kupfer gekauft, welchesdem Bischof von Constanz zugeeignet ist , indem«s Theses verziert» die ei» junger Geistlicher ver-theidigte , nnd das Leben der heiligen Jtta, beiverschiedenen Wundern vorstellte, welche sie vornnd nach ihrem Tod gethan hatte. Der Glaubenund der Beifall welche der Geschichte dieser Non-ne, von so vielen Männern gegeben wurde, wel-che doch einen Theil der Naturgeschichte und See-