168 Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg.
zum Erbrecht seines Hauses erklärt. Er nahm jczt den NamenSchah Nadir an, und mit ihm beginnt eine neue Periode inder Persischen Geschichte.
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Fortsezung der Russischen Geschichten.
Wir kehren nach Rußland zurück: Peter, so glücklich undglorreich in seiner Regierung nach innen und außen, war un-glücklich, und nicht ohne Schuld, in seiner Familie. Seine ersteGattin, eine Russin, Eudoria Lapukin, betrübte ihn durchihre Anhänglichkeit an die barbarischen Sitten und an allen Aber-glauben ihres Landes, überhaupt durch ihre Unempfänglichkeit fürseine höheren Ideen und Nenernngsplane. Er verstieß sie darumin ein Kloster. Sie hatte ihm einen Sohn, Alcxis, geborenwelcher die Gemüthsart der Mutter erbte. Peter jedoch, welcherrastlos alle Staatsgeschäfte in Krieg und Frieden, oft bis in'sEinzelne persönlich , besorgte, überließ die Bildung des Thron-folgers seinen Miethlingen und Fremden. Da schlichen sich diemißvergnügten Bojaren und Mönche in das Vertrauen des Un-bewachten, und flößten ihm Abscheu gegen die Neuerungen desVaters, ja Abneigung gegen diesen Vater Selbst ein. Dieserversuchte zu spät, wenigstens wirkungslos, die Heilung des Sokues,und crschrack jezt über dem Gedanken, daß das Gebäude derCivilisirung Rußlands, woran er die Kraft seines Lebens gesezt,worauf er seinen Rnhm gegründet hatte, würde zusammengcrisicnwerden durch den Nachfolger. Die Stiefmutter, Katharina,wenn sie auch nicht den Unwillen ihres Gatten künstlich nährte,vermehrte doch schon durch ihr Daseyn die Kälte zwischen Vaterund Sohn. Endlich forderte der Czaar mit steigender StrengeAleris aus, entweder den Sinn zu ändern, oder der Thronfolgezu entsagen und in's Kloster zu gehen. Aleris erklärte sich be-reit zum lezten, ersah jedoch eine Gelegenheit zur Flucht nachOestreich und Neapel. Der Czaar bewog ihn durch einenarglistigen Brief — welcher Verzeihung und erneute Liebe demGehorchenden verhieß, dem Ungehorsamen aber das Aeußerste
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