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Achter Band.
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172 Sechstes Kap. Von den Zeiten zunächst

Den Hof dieses Königs, welchen ehevor die Lieblinge der Künsteund Wissenschaften geschmückt, große Männer des Staats wiedes Kriegs verherrlicht hatten, umlagerten, beherrschten jezt mönchischeFinsterlinge, andächtige Weiber und eine verächtliche Schaar be-schränkter oder heuchlerischer Sklaven. Ihr Gebieter, der edlerenRuhmgier, welche ihn einstens erfüllet, fast ganz vergessend, er-neuerte das eckelhaste Schauspiel eines gekrönten Werkzeuges inzanksüchtiger Priester Hand.

Z. 2.

Der IanseniSmus.

Abermals, wie in der Zeit der erbärmlichsten griechischenKaiser, muß die Weltgeschichte sich herablassen zu Erzählung eineselenden theologischen Streites, welcher Bedeutung nur gewanndurch die Beschränktheit und Despotie der Regierung, ohne derenEinmischung er aus den Federkrieg beschränkt und verdienter Ver-achtung überlassen geblieben wäre.

Wir babcn den unseligen Streit über die Gnade, d. b. überden Antheil der göttlichen Barmherzigkeit an dem Bekchrungs-geschäst und au der Tugendübung der Menschen, schon im Mittel-alter entbrennen und noch in den neuern Zeiten mit fana-tischer Erbitterung fortgeführt, auch durch weltliche Despotie zumDeckmantel profaner Tyrannei benuzt gesehen. Aber auch jeztnoch, in dem Zeitalter der emporstrebenden Aufklärung und Geistes-srciheit, finden wir solchen traurigen Unsinn weitverbreitet undunheilbringend.

Schon in der Mitte des sechszehnten Jahrhunderts hatteMichael Bajus, Kanzler und Inquisitor zu Löwen, durst,einige Säze über das überschwänglichc Geheimniß der Gnade,und über die Vorherbestimmung, welche mit der Idee und mit demSelbstbewußtseyn der moralischen Freiheit in Uebereinstimmungzu bringen, die schwierigste aller Aufgaben ist, eine lebhafte Be-wegung in der katholischen Kirche veranlaßt. Franziskaner-Mönche hatten Bajus bei dem päbstlichcn Stuhle als Kezer an-

1) S B. IV. S, 306.

2) S. B. VII. S 133.