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Siebentes Kapitel. Die Congresse.
Siebentes Kapitel.
Die Congresse.
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Der Congreß von Cambray.
Die großen Angelegenheiten Europa's schienen geschlichtet. DerFriede von Utrecht, und zu dessen Handhabung die Triple-und die Quadruple-Allianz hatten die wesentlichen Interessender Hauptmächte befriedigt. Aber es mangelten noch einige Neben-bestimmn,igen über Lappalien, und es entstunden neue Streitig-keiten über vernunftgemäß unstreitige Dinge. Zur Auseinander-sezung alles dessen wurden Congresse gehalten, und die Congressebewirkten — Nichts. Die Volker, deren Interessen dabei wenigzur Sprache kamen, blieben auch gleichglltig dabei. Dic Kabineteallein erschienen auf der historischen Bühne. Ein Gewebe vielfachverwickelter Traktate umspann Europa; ihr Geist war Engherzig-keit und gegenseitige Ueberlistung, ihr Ergebniß geringfügig. Dochblieb der Friede noch kümmerlich erhalten, was jedoch mehr vonSchwäche herkam, als von Liebe des Friedens. Der Charakterdieser Periode ist Erschlaffung.
Der Congreß zu Cambray, welcher vollenden sollte, wo-zu die Quadruple-Allianz den Grund gelegt, begann weit späterals bestimmt war. Denn obschon noch im Laufe des Jahres 172bdie Gesandten von Oestreich, von Spanien, von Sardi-nien, und von fast allen Italischen Staaten, als der Haupt-betheiligten, so wie jene von England und Frankreich, alsder vermittelnden Mächte, sich in Cambray cingefundcn hatten;so gelangten dieselben gleichwohl wegen Mangels an hinreichendenInstruktionen erst im April 1724 zum förmlichen Eröffnungsakt.Denn da war z. B. zum voraus noch auszumachen, ob Philipp V.als Erbe K. Karls 11. den erzherzoglich östreichischen und Karl V l.als gewesener Spanischer König den Titel katholische Majestätsollten führen dürfen; dann, ob der Orden des goldenenVliesses, welchen einst ein Burg »irdischer Herzog gestiftet,nunmehr von Oestreich, als Inhaber der Burgundischcn (Nie-