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Achtes Kapitel. Der Krieg über
zum König. Diese zweite Wahl war meistens das Werk Ruß-lands, welches seiner Empfehlung durch herbeieilende Heeres-massen Nachdruck gegeben, Oestreichs, welches in ähnlicherAbsicht von Schlei"« aus ein Truppenkorps an die.v^-'flcheGrenze gese»^'- Beide Mächte mußten einen fra-ijvchch gesinntenKönig von Polen scheuen. Rußland sah dadurch seinen seitr^—pem behaupteten Einfluß in diesem Reich schwinden, und Oest-reich fürchtete überall die Verstärkung der bourb »irischenMacht. Gleichwohl war Oestreich, obschon wider Stanislaus,doch anfangs nicht für August bestimmt. Es .hatte einen Prinzenvon Portugal vorgeschlagen. Da erkaufte Sachsen das Bünd-niß Oestreichs durch Garantie der pragmatischen Sanktion, undverstärkte hierdurch das Ucbergcwicht seiner Partei.
König Stanislaus war nach Warschau gekommen. Einrussisches Heer vertrieb ihn von da, verfolgte ihn bis Danzigund eroberte nach langwieriger Belagerung diese Stadt'), auswelcher der König nur mit äußerster Gefahr — es war von Ruß-land ein hoher Preis auf sein Haupt gesezt worden — entrann.Jezt ward August lll. in ganz Polen ohne Widerstand aner-kannt. Stanislaus selbst, um unnüzcs Blutvergießen zu ver-hüten, forderte die Nation auf, sich seinem Feinde zu unterwerfen.Frankreich, durch zu große Entfernung abgehalten, hatte nichtvermocht, ihm wirksamen Beistand zu leisten; blos fünfzehnhundertMann wurden, wie der Ehre willen, aufgeopfert in einem toll-kühnen Versuch zur Rettung Danzigs.
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Die Bourbonischen Höfe wider Oestreichs
Der Zorn Frankreichs, welchem Polen und Rußlandunerrcichber waren, fiel sczt auf den Kaiser, welcher vergebensden Antheil läugnete, welchen er an Augusts Wahl durch In-triguen und Rüstungen genommen. Doch stand es allerdingsFrankreich übel an, deßhalb zum Krieg zu schreiten, daes Selbst noch weit offenbarer durch Bestechung und Ränke dieWahl auf Stanislaus gelenket. Aber man wollte blos einen
1) 1734. 28. Jun.