Band 
Achter Band.
Seite
211
JPEG-Download
 

Achtes Kapitel. Der Krieg über re.

211

Achtes Kapitel.

Der Krieg über die pvlrnich, Königswahl.

8 . 1 .

Wahlgeschichte. Krieg in Polen.

König August II. in Poleu, Kurfürst von Sachsen, starbim Jahr 1733 '). Er war ein talentreicher, in Sitten liebens-würdiger, lebensfroher Mann, ein großer Freund der Künste(zumal der französischen, den vaterländischen jedoch we-niger hold), dabei in den Geschäften des Kriegs wie des Frie-dens wohl erfahren, muthig und kraftvoll. Aber durch Hang zurVerschwendung und Sinncngenuß, durch Fahrläßigkeit, Leichtsinn,Laune und herrischen Sinn verdunkelte er den Ruhm jener gu-ten Anlagen, und schmälerte sein eigenes und seines Volkes Glück.

Nach seinem Tode wurde ganz Europa bewegt durch denStreit um den Polnischen Thron. Ungeachtet des fortschrei-tenden Verfalls dieses Reiches, ungeachtet der schon seit langemund allerneuest unter August II. erschienenen Herabwürdigung desKönigthums durch tiefgewurzelten, anarchischen Adelstroz, hieltendennoch der Prinz A u g u st von Sachsen, des verstorbenen KönigsSohn, und Stanislaus Lesczinsky, welcher schon frühereinmal zu seinem Unglück diesen Thron bestiegen, denselben desangestrengten Ringens werth, und glaubten die europäischen Mächtejede nach ihrem besondern Standpunkt, es thue Noth, für Sta-nislaus oder für August das Schwert zu ziehen. Von Cadirbis Archangel wurde der Völker Gold und Blut gefordert zuEntscheidung des Sarmatischen Thronstreits.

Französisches Gold und französische Unterhandlungskunst ver-schafften bei dem zur Königswahl versammelten polnischen Reichs-tag dem Schwähcr König Ludwigs XV., Stanislaus Lesczinsky,den Sieg durch Stimmcnmehr I. Aber nach wenigen Tagenerwählte die Gegenpartei, welche sich von Warschau nach Pragahinüberbegeben, den Kurfürsten Friedrich August von Sachsen

1) 1- Febr.

2) 12. Scpt.