die polnische Königswahl. 216
tcn, zumal im Ton der Verwaltung, manche Aeußerungen desUebcrmuthes und der soldatischen Willkür hatten die Völker Neapelsund Siciliens dermaßen erbittert, daß die Landwehr der beidenReiche, anstatt die Anstrengungen der östreichischen Truppen zuunterstüzen, theils ohne Schwcrtschlag sich verlief, theils zu denSpaniern übertrat, und eifrigst mithalf, die Kaiserlichen zu ver-derben. Also verloren diese den Muth; neapolitanische Bauernschlugen die Kerntruppcn Oestreichs; diese suchten ihr Heil inFestungen. Da drangen die Spanier fast ohne Widerstand nachNeapel, dessen Schlüssel man Don Carlos bis Avcrsa ent-gegcntrug. Eine einzige Schlacht noch wagte der Prinz vonBel-monte bei Bitonto; sie ging verloren, mit ihr das ganzeReich. Auch nach Sicilicn gingen die Sieger über mit dem-selben Erfolg. Die ganze Insel, mit Ausnahme einiger Festen,huldigte jubelnd Don Carlos. 2» Palermo wie in Neapelward er zum König ausgerufen und hielt triumphirenden Einzug.Auch die Festen dies - und jenseits der Meerenge fielen der Reihenach '); die Besazungcn wurden meist kricgsgefangen.
Die spanische Armee, nachdem Don Carlos zum König beiderSicilien gekrönt und diese Eroberung vollendet war, eilte nachOberitalien, zuerst den Stato degli Presidii einzunehmenund dann zur Verstärkung,des großen verbündeten Heeres, welches,das einzige Mantua unbezwungen zurücklassend, bereits gegendie Tyroli sehen Pässe stürmte.
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Friede zu Wien. 1735.
Aber die plözliche Friedens - Botschaft sezte den Siegern ihrZiel. Zürnend vernahmen Spanien und Sardinien, daß inWien die Präliminarien zwischen Frankreich und dem Kaisergeschloffen worden und daß Oestreich nicht ganz aus Italienverdrängt sey. Denn der Cardinal Fleury, zum Friedenssystemzurückkehrend, eröffnete, nachdem einige vermittelnde Vorschlägeder Seemächte von beiden Parteien waren verworfen worden,unmittelbare, geheime Unterhandlungen mit dem Kaiser zu Wien.
1) 1734. 1735.
2) 1735 , 3. Okt.