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Achter Band.
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224 Neuntes Kapitel. Russische Geschichten.

dien so mächtig und so blühend gewesen als unter ihm. EineReibe von Friedens-Jahren hindurch beglückte er es durch klugeVerwaltung; und als der Aufruhr mehrerer Vasallcn-Könige, wiejener von Visapour und Golconda, noch mehr aber die empor-strebende Macht der Maratten-Fürsten Sewagi und Sem-bagi ihn in die Waffen riefen; so schlug er mit starker Handalle seine Feinde nieder, eroberte nach allen Richtungen hin vielköstliches Land, und gebot 700 Stunden weit von Nord nachSüd und von Ost nach West. Er starb, neunzig Jahre alt.

Die Geschichten seiner Söhne und Enkel sind nur durch Un-glücksfälle und Verbrechen bezeichnet. Eilf derselben starben binneneben so vielen Jahren gewaltsam. Der blutbesprizte Thron wech-selte für und für seine Besizer nach dem Willen übermächtigerVeziere. Da erhoben die Statthalter und die tributbaren Fürsten,der Kaiser Schwäche gewahrend, die Fahne der sclbstständigenHerrschaft. Vor allen mächtig ward der Subbah von Decan.Auch die Maratten kamen wieder empor; der vielgethcilte Zu-stand des Landes, wie in den Zeiten der arabischen Herrschaft,kehrte wieder.

In den Zeiten dieser heillosen Zerrüttung, als der schwacheMahmud den Namen des Kaisers führte, that Schah Nadirseinen Einfall in Indien'), gerufen von dem Subbah von Decan,wie Viele berichten, nach Andern aus Eifersucht gegen die wach-sende Macht der Maratten. Als der Obcrfeldherr des Reiches,Dow ran, in einem Gefechte gefallen war, ohne entscheidendeSchlacht, ergab Mahmud sich und sein Reich der Gnade SchahNa dir's. Dieser zog als Sieger in Delhi ein, forderte gegen200 Millionen Thaler Brandschazung, und ließ, als man sie ver-weigerte, hunderttausend Menschen schlachten, brachte alle ver-borgene Schäze durch Foltern der muthmaßlich darum Wissendenzu Tage, und raubte also mehr als das Doppelte dessen, waser gefordert hatte.

Hieraus vermählte Nadir Schah seinen Sohn mit einer EnkelinAurcng-Zcb'ö, vereinigte die Länder westlich am Indus mitseinem Reich und zog heim nach Persicn, den Schattcnkaiser Mahmud

t) 1739.