Band 
Achter Band.
Seite
225
JPEG-Download
 

Türkenkrieg.

225

auf dem mongolischen Thron lassend. Aber dieser Thron bliebvon nun an schwach und wankend.

Der Besieger Indiens und Eandahars, welchen die .Pforte fürchtete und Rußland ehrte, wurde nachmals geschla-gen von den Lesgiern, einem kleinen Kaukasischen Volk,welches für seine Freiheit stritt. Diese Begebenheit veranlaßteeinen neuen Krieg mit den Türken *), worin diese bei Eriwaneine große Niederlage erfuhren und übermal das Friedensgcsezihres Siegers empfingen. —

Nach vielen Thaten der unmenschlichsten Grausamkeit, nachVerödung vieler Provinzen durch den von ihm ausgehenden Schrecken,wurde Schah Nadir endlich in einem Aufruhr seiner eigenenLeibwache getödtet ^).

§. 7 .

Revolutionen in Rußland.

Wir kehren zu den russischen Geschichten zurück. Die Sacheder spanischen Erbfolge hatte nicht nur den Madrider Hof,sondern die ganze diplomatische Welt und die Heere von halbEuropa in langdauernde und heftige Bewegung gesezt. Jenevon Großbrittannien war als große National-Angelegenheitvon der Nation Selbst und ihrem großen Rath entschieden worden,jedoch nicht ohne theils friedliche, theils feindliche Theilnahme äußererMächte, deren Anerkenntuiß oder Gewährleistung man zur Be-kräftigung der mittelbar ganz Europa berührenden Sache fürnöthig hielt. Die Verhandlungen über die pragmatische Sank-tion zur Bestimmung der östreichischen Erbordnung beschäftig-ten eine Reihe von Jahren hindurch alle Kabinete, und schienenjenem von Wien der angestrengtesten Sorgfalt bedürftig, so wieihre Berichtigung des höchsten Preises werth. Dennoch ist späterüber diese Erbschaftssache ein achtjähriger, fast allgemeiner Kriegin Europa entbrannt. Selbst die Wiederbesezung des in Ohnmachtund politische Unbedeutsamkeit gesunkenen polnischen Throneskostete den Welttheil einige blutige Jahre. In Petersburgaber, so wie in Stambul, sehen wir die Thronfolge durch das

1) 1745.

v. Rottcck Eesch. 8r Bd.

2) 1747 15. Mai.

15