Tnrkenkrieg.
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bürg gefangen gesezt (später verurtheilt und nach Sibiriengeschickt), und hiernach Jwan's Mutter, Anna II., zur Groß-fürstin und Reichsregcntin erklärt.
Aber auch Anna's Gewalt war nicht von Dauer. Nochlebte Elisabeth, Peters ». Tochter, deren Nähe-Recht durchAnnens und Iwans Erhöhung verlczt schien. Ein glücklichesWagestück verschaffte ihr den Thron. Die Regentin, fahrläßigund empfindsam, beobachtete nicht, daß Elisabeth mit der preo-braschenskischen Garde, den Prätorianern Petersburgs, Ver-traulichkeit pflege, daß Lestocq, Elisabeths Leibarzt, durch Be-stechung und Ränke diese Garde ihr eigen gemacht. Der RegentinGemahl aber war von den Geschäften entfernt. Auch Münnichhatte sich zurückgezogen, aus Unmuth darüber, daß der östreichischeMinister seinen Plan, Preußen beizustehen, vereitelt und dieErneuerung des Bundes mit Oestreich bewirkt hatte. Plözlich,in der Nacht des 16ten Dez. '), erscholl von dem Quartier derpreobraschcnekischcn Garde, wohin Elisabeth in kaiserlichem Schmucksicb begeben hatte, der Ruf: „Es lebe die Tochter Peterdes Großen, es lebe die Kaiserin Elisabeth!" — DerRuf schallte bald nach in den Quartieren aller Regimenter, inallen Theilen der Stadt und im Pallast.
Die unglückliche Anna und ihr Gemahl, mit dem schuldlosenKnaben Iwan, wurden jezt eingekerkert, da und dortbin ge-schleppt, endlich getrennt, und Iwan in ein Gewölbe von Schlüssel-burg vergraben, worin er noch zwanzig Jahre schmachtete. Annastarb vor Gram, Anton Ulrich vertrauerte dreißig Jahre in dersibirischen Wüste.
Auch die Großen, welche die Ausschließung Elisabeths vor-nekmlich bewirkt, Münnich und Ostermann, stürzte diese Um-wälzung. Zu schmählichem Tode verurtheilt, erhielten sie auf demRichtplaz die grausame Begnadigung, die ihnen nach dem Verlustihrer Würden und Güter den düstern Aufenthalt in einer sibirischenEinöde anwies.
Die Reibe der Umwälzung endete sich hiedurch für einige Zeit.Elisabeth führte 21 Jahre lang, bis zu ihrem Tode, ruhig den
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1) I74t.