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Zehntes Kapitel. Begebenheiten
Scepter. Aber die Geschichte ihrer Regierung, und wie sie gleich-falls gewaltherrisch über die Thronfolge verfügt, auch welche neueRevolutionen nach ihrem Tode statt gefunden, davon muß dieErzählung dem nächsten Abschnitte vorbehalten bleiben.
Zehntes Kapitel.
Begebenheiten einzelner Reiche.
§. 1 .
Spanien und Portugal.
K. Philipp V., gemüthskrank, ja zu Zeiten fast wahnsinnig,legte in einem Augenblick düsterer Stimmung seine Krone nieder ^),und übergab sie seinem Erstgebornen, Ludwig. Derselbe ge-horchte in Allem der Leitung seiner Stiefmutter, Elisabeth,starb aber schon im ersten Jahr seiner Regierung, worauf Philipp,durch die Bitten der Geistlichkeit bewogen, die Zügel von Neuemergriff. Er regierte noch 21 Jahre, nicht unglücklich, doch ohneSelbstthätigkeit, ein lenksames Werkzeug in den Händen seinerFrau und seiner Minister. Alle Maßregeln der einheimischen Ver-waltung, alle Verordnungen, die unter seinem Namen erschienen,tragen den Charakter jener herrischen Königin Elisabeth an derStirne, despotische Willkür uud Haß jeder konstitutionnellcnSchranke. Alle Ucberreste der ehemaligen freieren Verfassungen,selbst die Namen der alten populären Reichsbeamten wurden auf-gehoben. Das Volk ertrug es geduldig aus Mangel an politischerEinsicht, und da im Uebrigcn Manches zu seinem Besten geschah.Nur in Religionssachen war Philipps Regierung so be-schränkt und gehorsam, wie die vormalige östreichische. Auchunter dem bourbonischen König wurden Auto-da-fe's ge-feiert, mehrere hundert Kezer verbrannt, alle Schrecken der In-quisition gehandhabt. Auch unter Ihm war die Frage: welcher
1 ) 1724 .