140
weit ausgedehnte, durch die mehrfachen, vorgestreckten langenSpieße furchtbare Schlachtordnung. Die schlecht gerüsteten Eids-genossen banden Frettchen und Stocke um ihre Arme, und tha-ten, ohne zu zögern, auf Gott und die Sache des Vaterlandesvertrauend, einen muthigen Angriff. Auch ihre Anführer hat-ten sich an die Spitze des Haufens gestellt; aber schon warenmehrere von diesen und im Ganzen 60 Tapfere vor den undurch-dringlichen Reihen nieder gesunken. Awar waren einige Spieße»ach dem Rathe Antons zur Port von Uri durch gewaltigeStreiche zerschlagen, aber sogleich aus den Hintern Reihen ersetztworden, als Arnold von Winkelried, Ritter aus Unterwaldcn,im entscheidenden Augenblicke, ohne die flüchtige Zahl ungewisserJahre zu berechnen, durch einen heldenmüthigen Tod nicht nureinen unsterblichen Nahmen, sondern ein unvergängliches Ver-dienst für Freyheit und Vaterland erwarb. „Ich mache eucheine Gaffe", rief er; „gedenket der Mcinigcn", drückte dieSpitzen, welche seine Brust durchbohrten, zu Boden, und überseinen Leichnam hinweg erfochten die einbrechenden Eidsgenos-sen, die nunmehr sich auflösenden Scharen der Feinde nieder-schmetternd, in kurzem einen entscheidenden Sieg. Neben demsinkenden Banner Oesterreichs fiel der hochsinnige Leopold, dernicht zu bewegen war, die zu verlassen, welche für seine Sachesich geopfert hatten. Mehr als 600 Leichname des Hähern undniedern Adels und an die 2M0 andere bedeckten das Schlacht-feld. Trauer erfüllte die Aargauischen und Thurgauischen undnoch entferntere Städte; und noch größer wäre die Niederlagegewesen, wenn nicht die EidSgenoffen zu frühe sich der Begierdenach Beute überlassen hätten. Groß war diese, und 15 Haupt-banner fielen in die Hände der Sieger, die ungefähr 2oo Mann,unter diesen viele ihrer Tapfersten, einbüßten. Der bey denEidSgenoffen in hohem Ansehen gestandene Schultheiß von Gun-doldingen, tief eingedrungen in den Geist einer republikanischenRegierung, schied mit den Worten: „Saget den Luzerncrn,
/