Band 
Erster Band.
Seite
146
JPEG-Download
 

verlängert; doch sollen die Bedingungen des flebenjäyrigen Ver-trages noch bis zu dessen Abfluß fortdauern. Verschiedenes wirdnäher bestimmt. Die Glarner sollen jährlich an Oesterreich 225Pfund bezahlen, und dagegen ihre Gerichte besetzen und entsetzennach ihrem Willen. Gegen Schwyz wird nur die Kastvogteyüber Einfledeln für Oesterreich vorbehalten. 13 Pfund, welchedieses noch jährlich zu fordern hat, mag Schwyz selbst einzie-hen. Aug bezahlt jährlich noch 20 Mark, tritt hingegen St.Andreas und Chain wieder ab; doch sollen ihm dieselben, wennder Krieg sich erneuern würde, eingeräumt werden. Entlibuchund Wollhausen bleiben bey Luzern und zahlen jährlich Zoo Pfund,u. s. f. Die Eidsgenoffen sollen keine Oestcrreichischen Untertha-nen, die nicht zu ihnen ziehen, zu Bürgern und Landleuten an-nehmen, u. s. f. — Doch diese letztere Bedingung wurde sehr un-vollkommen gehalten; weit weniger durch die Schuld der Eidsge-noffen , als dadurch, daß Oesterreichische Unterthanen, angeseheneEdelleute und selbst Städte bey dem gänzlichen Unvermögen derHerzoge, ihnen in unruhigen Zeiten, insbesondere während deSnachherigen Appenzeller-Krieges, Schutz zu gewähren, bey denEidsgenoffen durch Burg- und Landrechte Sicherheit suchten.Dieser Reiz wurde dadurch erhöhet, daß angesehene Männer,welche in den Städten sich nieder ließen, durch Verdienste umdas neue Vaterland bald Auszeichnung und Ehrenstellen erwarben.

Alle Eidsgenoffen waren, vornehmlich seit den Zeiten deSletzten Krieges, voll hohen Gefühles bewährter innerer Kraft inder Selbstständigkcit vorwärts geschritten. Muth und Hingebungfür die gemeine Sache brachten Ehre, gleichwie Feigheit sichmit Schmach bedeckte. Einfachheit der Lebensweise und geringeBedürfnisse gaben die Mittel zu öffentlichen Anstrengungen, fürLoskaufe von Lasten und Ankäufe wichtig geachteter Erwerbun-gen. Die freyen Länder bestrebten sich, nicht nur in ihren öffent-lichen Angelegenheiten, sondern auch in ihrem Privateigenthumeund in dessen Benutzung, wie schon früher die Urner, so viel wiemöglich unabhängig zu werden. Noch vor der Näfelser-Schlacht