175
Gulden erhielten. Nur nach langen Weigerungen bequemtensich die Ober-Walliser dazu.
Im Jahre il>19 hatten Uri und Obwalden die GrafschaftBellenz mit Riviera und Eollcnz, um einer Ueberlaffung anMayland zuvor zu kommen, voie den Freyherren von Masox ansich gekauft. Schon im folgenden Jahre verlangte der Herzogvon Mayland die Wiedereinlösung, und als diese verweigertwurde, nahm er, am Charfreytagc 1 421, durch Ueberfall Belleuzweg; doch ließ man die Besatzung, um desto weniger die Eids-genoffen zu reizen, mit ihrem Eigenthume frey abziehen. Durchdiesen Erfolg kühner gemacht nahmen die Maylänöer nun auchda« Eschenthal und Livinen weg, und die schwachen Besatzungenzogen sich ins WalliS und über den Gotthard zurück. Schnellbemächtigten die Urner und Obwaldner sich des Liviner-Thaleswieder, mußten es aber, weil keine eidSgenöffische Hülfe nach-folgte, noch ein Mahl verlassen.
Sehr verschieden waren die Ansichten der Eiösgeiiossen so-wohl über die Pflicht, als über die Zweckmäßigkeit der Behaup-tung jener Eroberungen auf Italienischem Boden. Endlich ver-sprachen Luzern, Schwyz, Nidwalden, Zug und Glaru« Hülfe.Eilends zogen Luzern, Uri, Unterwalden und Zug, Zvoo Mannstark, vor den andern her, ohne Widerstand zu finden, bis aufBellenz. Schwyz und Glarus folgten ihnen nach, und auchZürich, als e« hörte, daß der entscheidende Schritt gethan sey.Doch durch unzeilige Vorwürfe und Neckereyen war die Theil-nahme der Nachfolgenden, insbesondere der Schwyzer, geschwächtworden; ihr Aug mit den Bernern gegen das WalliS hatte beyden übrigen Waldstättcn Mißtrauen, und dieses Mißtrauen hin-wiederum bey ihnen Abneigung erzeugt. Die allzu Verwegenen,denen die ausgezeichnetesten Feldherren Welschlandö mit einemweit zahlreichern Heere entgegen standen, erlitten am 5o Juni1i22, nachdem vorher ihnen der Troß war überfallen worden,durch Ueberraschung bey Bellenz oder Arbedo nicht eine gänzlicheNiederlage, doch aber einen 'schweren Verlust. 596, unter die-