Band 
Erster Band.
Seite
176
JPEG-Download
 

176

behaupte». AIS der Herzog, die Nachgiebigkeit des Hochsüst«^benutzend, dessen Gerechtsamen über Genf an sich zu bringensuchte, widersetzten sich die Bürger, schlössen eine Uebereinkunft'mit dem Hochstifte, daß dieses seine Rechte nicht veräußere, undKaiser Sigmuud bestätigte, 142«, den Vertrag.

Den Grund zu ihrem künftigen Falle legten die Grafen vonGriert durch Aufwand, weil sie lieber als Hofleute bey denHerzogen von Savoien schimmern, als bey den Ihrigen groß undvon ihnen geliebt seyn wollten; doch erleichterten sie diesen da-durch den Anlaß, Freyheiten an sich zu kaufen.

Bern, welches eben damahls sein Munster zu bauen beschloß,trug 1420 seinem Stadtschreiber, Conrad Justinger, auf, dieThaten der Vater vor Vergessenheit zu bewahren. Durch mildeRegierung seiner Landschaften zog es ihre Herzen an sich, undweit über kleinbürgerliche Eifersucht erhaben, freute eS sich, seineLandstadt Burgdorf selbst empor zu heben. — Zwischen LuzernSAnsprüchen und dem Widerstände Entlichuchs entwickelten sich ihingegen schon damahls die Keime verderblicher Abneigungen. —1414 hatten Bern und Solothurn Bipp, Erlisburg, WietliS-bach und Bechburg angekauft. Nur das letztere blieb in derTheilung den Solothurncrn. 1424 kaufte Bern von dem Her-zoge von Savoien die Herrschaft Schwarzenburg, an deren Be-herrschung auch Freyburg Theil nahm.

Eine sehr bedeutende Erwerbung machte in dem nähmlichenJahre Zürich, indem es mit Bewilligung des Kaisers die Graf-schaft Kyburg von der Pfandinhaberinn, der Gräfinn von Mont-fort, einlöste, und dadurch bis nach Schafhausen sich ausdehnte.

Die dazwischen liegende Herrschaft Andelfingen erwarb es einigeJahre später.

Nach St. Gallen zog sich als bleibender Gewinn die zuConstanz wegen des vorübergehenden Aufenthaltes des Conciliumsvernachlässigte Leinwandhandlung, und die Stadt vergrößertesich. — Im Rhätischen Oberlande veranlaßten die Ansprüche desBischofes von Chur und die Furcht vor seinen Gehülfen, inöbe-