Band 
Erster Band.
Seite
214
JPEG-Download
 

214

au» ihnen einen Bund für die Besitzungen LeS Hochstiftes, u»din demselben Jahre erneuerten die Grafen von Wecdenberg-Sar-gan» ihr Landrecht mit Schwyz und Glarus. 1461 verbandensich die EidSgenoffen mit vielen Deutschen Fürsten, Herren undStädten für Handhabung öffentlicher Sicherheit, und für dieAbschaffung der Westphälischen oder Vehmgerichte: eines derlehrreichen Beyspiele aus der Geschichte, wie unregelmäßige,in Geheimniß verhüllte Behörden und Verbindungen, wenn schonvielleicht zu bessern Zwecken veranstaltet, ausarten und gefährlichwerden können.

Immer wuchs das Ansehen der EidSgenoffen. 1461 führte Her-zog Ludwig von Bayern bey ihnen Klagen über Kaiser Friedrich, undrief nicht nur ihre Hülfe, sondern auch ihre Gerechtigkeit an. 1465schloffen die sämmtlichen EidSgenoffen auf 12 Jahre einen Bundmit der entfernten Stadt Rothweil und versprachen ihr Schutz,wenn man sie vorn Reiche trennen (einem Herren unterwerfen)wollte. 1463 bestätigte Ludwig XI von Frankreich mit ihnendas ewige Einverständniß seines VaterS; und als 1465 mehrereHunderte, gegen das Verboth der Obrigkeit, Französischen Gro-ßen gegen Ludwig XI zu Hülfe gezogen waren und sich zwarRuhm erworben hatten, straften sie dennoch dieselben nachdrück-lich. Ludwigen leistete man, was Pflicht und Dündniß forder-ten ; dem jungen Herzoge Carl von Burgund lief man aus Nei-gung zu. Seinem Vater, dem Herzoge Philipp dem Guten,war vornehmlich Bern ergeben, und Jürich, Bern, Freyburg undSolothurn traten auf dessen Antrieb, 1467, in ein Bündnißmit Burgund.

In eben demselben Jahre wurde das Mayländische Capitu-lat mit der Herzoginn Bianca Maria und ihrem Sohne Galeazgeschlossen. Dieser Staatsvertrag, welcher bis in die neuernZeiten unter verschiedenen Veränderungen fortdauerte und bestä-tigt wurde, kam nur nach wiederhohlten Zusammenkünften znStande. Die Abweichung zwischen der Deutschen und Lateini-schen Ausfertigung gab Stoffe der Unzufriedenheit. Uri fand sich