Band 
Erster Band.
Seite
270
JPEG-Download
 

Z7»

glücklichen Unterhändler, Mann von Beredsamkeit und geübtenMagistraten, von Stufe zu Stufe, und, 1482 , mit Zurück-setzung des Bürgermeister» Göldli, zur obersten Deamtung em-por. Hatte er schon früher mit großen und glänzenden Eigen-schaften die Fehler seines Zeitalters vereinigt, so gingen dieseletztern bey freyerer und unabhängiger Lage in wichtigere, zugleichaber auch sichtbarere Ausartungen über. Der vermögensloseMann war nach wenigen Jahren in einem Staate, der seineDiener nur sparsam besoldete, der reichste EidSgenosse geworden,ungeachtet er, wie viele Buhler nach Volksgunst, auch Anderedes unrechtmäßigen Gewinnes auf mancherley Weise genießenließ *).

Mißbrauche zu bekämpfen, ist selbst für den Schuldlosen ge-fährlich; aber noch weit größere Gefahr läuft dabey derjenige,den schwere Vorwürfe treffen. Durch Behauptung der Staats-gewalt gegen die Hierarchie hatte Wachmann den CleruS, derselten verzeiht, durch Beschränkung seines Einflusses das all-mählig wieder entstandene Patriciat beleidigt. Nicht nur hatte»feine Miträthe und die eidsgenöffischen Amphiktyonen ihn in ihreengern Kreise aufnehmen müssen, sondern der Eingedrungenehatte ihnen den Vorrang abgewonnen. An ihn wandten vor-zugsweise sich die fremden Mächte. In seiner Hand lag dieVertheilung begierig gesuchter Jahrgelder, die er oft und langezurück hielt. — Am wenigsten verträgt der beleidigte StolZ. ^den Uebermuth desjenigen, dem er weichen mußte, und ma» Mhatte ihn sagen hören: „Ich bin jetzt Papst und Kaiser" **)- ^Waldmann und andere Magistratspersonen hatten angefangen,die einfache Stellung republikanischer Beamten zu vergessen-

*) Dieß ist SalluslS charakteristisches »lieni «xpeievs, »»> r"'

tun»;, Brgl 6>c. 1a«:. III. 8.

Schon wäre es kühn, aber eines Eidsgenoffen nicht un>würdig gewesen, wenn er im Nahmen seines Staates gesprochenhalte: „Wir sind jetzt Papst und Kaiser.''