50 »
Po, halfen das durch Bürgerzwist zerrüttete Genua, dessenVertriebene die Französischen Waffen aufgerufen hatten, zurÜbergabe nöthigen. Als nach des Kaisers Aufforderung dieEidsgenoffen die Französischen Söldner aus Italien Heini berie-fen, gaben diese, iü 08 , aus Piacenza eine Antwort, welche nuraus der Hingebung in ein ausländisches Interesse und aus derdadurch entstandenen Geringschätzung der heimathlichen Obernentstehen kann. AuS Armuth seyen sie hingezogen. Gegen ei-oen Angriff des Kaisers würde Frankreich Schutz gewähren; sieselbst aber haben in ihrer Gemeine (berathenden Versammlung)gefunden, es wäre nicht löblich, dem Willen des Kaisers zu ent-sprechen, ihn glauben zu machen, die Eidsgenoffen seyen seineeigenen Leute, u. s. f. — Bald änderten sich die politischen Sy-steme. Auf einem zahlreichen, von den ersten Fürsten Deutsch-lands persönlich besuchten Reichstage zu Constanz bewundert«wan die ansehnlichen Gestalten der Eidsgenoffen. Der Kaiserbeehrte und beschenkte sie. Durch die Ligue von Eambrai hattenNähmlich im December 1508 der Papst, der Kaiser, Frank-reich und Spanien ihre feindseligen Gesinnungen für den Augen-blick zurückgehalten, und sich zum Sturze des alten Venetiaui-sichen Staates vereinigt. Klugheit und jene Staudhaftigkeit,welche selten ihre Getreue» unterliegen läßt, rettete» die Bedro-hten. Die Eidsgenoffen hatten von kaiserlichen Gesandten,welch« sie mißtrauisch gegen Frankreich machen wollten, erfah-ren , es sey darauf angetragen worden, auch sie zu unterdrücken.Sie schlugen dem Papste Julius II, welchem einige Jahre frü-her eine Leibwache war bewilligt worden, Werbungen ab, machteneine neue Verordnung gegen das Neislaufen, worüber -Zürichschon 1508 die Gesinnungen seiner Gemeinen treuherzig eingc-bohlt und erhalten hatte; aber taareS Geld lockte die Söldnerbrr einverstandenen Orte bald wieder zu allen Heeren. Nur dieDtnetiancr meldeten sich zu späte. — Der Papst begriff end-lich, daß er nur fremde Gewalt in Italien befestige, und dir alteEhrsucht löste die Verbindung von Eambrai gänzlich auf.