ZZ 1
Mit dem Herzoge Carl von Savoien hatte der Bischof zuGenf, Johann, unächter Sohn des Bischofes Franz II vonSavoien, sich einverstanden, ihm kraft einer päpstlichen Dulledas Vicariat, Vidomat und die Oberherrschaft über diese Stadtabzutreten. Das gewaltthätige Verfahren, durch welches derHerzog Versuche deck Widerstandes niederzuschlagen glaubte,schreckte einen Theil der Bürger, indeß die Mehrheit, S 519 ,eine Verbindung und Schutz zu Freyburg nachsuchte. Gegendas geschlossene Bürgerrecht beklagte sich der Herzog bey denEidSgenossen. Eine Tagsatzung zu Jürich brachte es dahin, daßGenf das Bürgerrecht wieder aufgab; dagegen sollten der Her-zog und der Bischof das Vorgegangene der Stadt verzeihen. ,Statt dessen rückte der Herzog mit einer starken bewaffnetenMacht in die Stadt ein; und seine Anstalten ließen zahlreicheHinrichtungen befürchten. Sogleich drangen die Freyburger indas Geöieth des Herzogs ein, andere EidSgenossen stießen zuihnen und 6000 Mann waren bey Morges versammelt. DieTerner sandten zu beyden Theilen, und noch andere Bothen eil-ten herbey. Der Herzog wagte eS nicht, der entschlossenenSprache des einzigen Freyburgs sich zu widersetzen. Man ver-fug sich; der Herzog soll Genf räumen, die Stadt sich freyberathen, ob sie das Burgrecht aufgeben oder in demselben blei-ben wolle, und in letzterm Falle soll es fortdauern, bis die Sacheausgetragen seyn wird. Nicht nur forderten die FreyburgerKriegskosten von dem Herzoge, sondern die Knechte machten fürsich noch besondere Ansprüche. Beynahe das ganze Jahr hin-durch wurde unterhandelt, und indeß der Herzog feine Planeaufzugeben schien, ließ nun der Bischof den thätigsten Befördererder Verbindung mit Freyburg, Philibert Berthelier, unter nich-tigem Verwände hinrichten; allein die Verachtung der Tyranneyund des Todes, in welcher er starb, lebte in seinen bessern Mit-bürgern fort und trug nach wenigen Jahren für die Freyheitreichliche Früchte. — Acuf mußte zwar Kosten an Freyburgbezahlen; doch noch ein Mahl geriethen die Freyburger in Be-