Band 
Erster Band.
Seite
508
JPEG-Download
 

Z 08

te» gelobten (*), den befremdlichen Antrag des Kaisers, welche»sich erboth, ihre Pässe zu bewachen, abwiesen und erklärte»,sie wollen selbst ihre Grenzen behaupten, riickte» unversehensmehr als Z0,000 Oesterreicher durch die Luciensteig in Bündenein. Sie besetzten Chur und Mcyenfcld wieder, und bemächtig-ten sich aller Pässe und Brücken bis nach Eleven. Ein Theildes Heeres zog nach Italien; eine starke Abtheilung blieb hinge-gen in Bünden zurück, übte alle Gewaltthätigkeiten ein er Erobe-rung aus, zwang das Volk zu Schanzarbeiten, und noch einMahl war das unglückliche Land durch fremde Gewalt, Hunger,Pest und den Verdacht des Volkes gegen seine Vorsteher, de-ren Sorglosigkeit es für Verrath hielt, in einen Zustand derAuflösung versetzt. Mit großem Nachdrucke forderte der außer-ordentliche Französische Gesandte, Marschall von Bassompierre,die EiöSgenossen auf, die Düudner nicht ohne Unterstützung zulassen, und einen Volksaufbruch zu bewilligen. Er erhielt vonden reformirten und den paritätischen Orten, auch Freyburg undSolothurn 6000 Mann, wovon nun die Hälfte nach Piemont,die andere an die Lothringische Grenze geführt wurde, indeßBünden den Bedrückungen Preis gegeben blieb, bis der Friedezwischen Frankreich und dem Hause Oesterreich, 1631 , und dasWaffenglück des großen Königs der Schweden, Gustav Adolf,die Oesterreichische Macht wieder nöthigten, dasselbe zu verlassen.Jetzt stellte das Land einige tausend Mann auf, welche Frank-reich besoldete, und räumte dem Herzoge von Rohan eine Ge-walt ein, welche nur durch den edeln Charakter des JnhaberSgerechtfertigt wurde. Allein die nunmehrige friedliche Stellung

(") IL März 1628 zu Baden. — Der kaiserliche GeneralGras Mannsfeld, von dessen Heere man einen Angriff besorgte,sagte zu dem Ueberbringer des eidsgenöffischen Schreibens, er habeverstanden, daß beyde Religionstheile einig seyen, und sehte hinzu,er wisse, daß die Züricher 2000 Prügel im Sihlwald zubereitethaben.