Band 
Erster Band.
Seite
520
JPEG-Download
 

ÜN

chengütern, Verhinderung -er Beerdigungen ungekaufker Kinder,mancherley Hemmungen deS Gottesdienstes, baß man reformirteWeibspersonen, welche katholische Männer heirathen, zum katho-lischen Glauben nöthige, ohne das Gegenrecht zu gestatten, u. s.f.dort dir Katholiken über neue Ansprüche der Resormirten undZurückweisung der Ihrigen. — In mehrern Mahlen drangen diekatholischen Orte auf eine Vertheilung des Lhurgaue» unter dieRegierungen; aber die Resormirten willigten nicht ein, weil stebesorgen mußten, daß es mn Unterdrückung ihrer Religion zuthun sey.

Allein auch die katholischen Orte wußten mehr als Ein Mahlihre Stellung gegen dir Geistlichkeit zu behaupten. ZwischenSchwyz und Einstedeln erneuerten sich die alte» Mißverhältnisse-Der Abt Placidus, ein geborner Einsiedler, war einer derjeni-gen Charactcre, die sich größer» Entwürfen hingeben, ohne dieMittel der Ausführung zu berechnen. Die Forderung einerLandsteuer von der Walöstatt Einstedeln, 1654, und die nach-hingen Ansprüche auf Landeshoheit selbst hatten die Folge, daßSchwyz 1637 einen Landvogt nach Einstedeln wählte und ein-setzte. Eine katholische Tagleistung zu Luzern war fruchtlos»aber 1642 versöhnten die Streitenden sich wieder. — Im Jahr1643 zogen Uri, Schwyz und Nidwalden Einkünfte des Bischo-fes von Como ein, der nicht nur einen Priester beschützt hatte,welcher ihnen anstößig geworden war, sondern demselben einePfründe anvertraute. Sie forderten einen unabhängigen Gene-ralvicar; allein auch hier versöhnte man sich.

Ungeachtet der erneuerten Unterdrückung der Resormirten imWallis und der genauen Anschließung dieses Landes an die ka-tholischen Orte führten die Besorgnisse über die Absichten Sa-voiens Bern und Wallis wieder zusammen. Am 22 August1643 wurde die alte Verbindung wieder erneuert. Hievon nurFolgendes: Wenn der eine Theil mit jemand in Krieg ver-wickelt würde, dem der andere schon vor dem Datum diesesBriefs so weit verbunden gewesen wäre, daß er diesem Ehren