Band 
Zweyter Band.
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Nach der Mitte des Monaths machten die fünf jüngern Orteden Antrag auf einer Tagsatzung, über den Frieden zu unter-handeln, und alle Orte, außer Zürich und Schwyz, schicktenGesandte nach Solothurn. Bern hatte, sobald ihm ZürichsKriegserklärung kund geworden war , sein Volk aufgebothen,die Grenzen, auch diejenigen gegen Freyburg und Solothurn,besetzt, doch aber gesucht, wo möglich die Feindseligkeiten mitLuzern zu vermeiden. Mehr als 12,000 der Seinigen solltenin dem untern Aargau sich versammeln, in der auf das Bedürf-niß gegründeten'Voraussetzung, Zürich werde seine Kräfte mitihnen vereinigen und gemeinschaftlich zu wirken suchen. AlleinWerdmüller beharrte auf der Belagerung Napperswcils. Am 22rückten die Werner, 8000 bis 9 ooo Mann stark, in die freyenAemter ein. Dottikon und Vilmergen wurden geplündert undgcriethen in Brand. Nichts desto weniger war die in einemfeindlich gesinnten Lande unerläßliche Vorsicht gänzlich vernach-lässigt, weil man den Frieden schon nahe glaubte. Eben sosehr hatte man vergessen, daß die Vorgesetzten der Milizen immerdie Vordersten, die Wachsamsten und Thätigsten seyn müssen, unddaß der tüchtigste Kriegsmann k^ine Spur des Feindes verachtet.

Die Anführer und Offiziere befanden sich größten Theils zuLenzburg, und das Heer war ohne Wachsamkeit bey Vilmergengelagert, als, unter der Anführung Christoph Pfyffers, am25 zu Mittag nahe an Zooo Luzerner, von einigen Zugcrn undUnterwaldnern begleitet, und ungefähr i 7 oo Freyämtner, vonMolen her auf Nebenwegen durch das Gehölze sich näherten.Eine Bernerische Vorwache, welche davon Kunde gab, wurdevon jungen Offizieren verlacht. Einen Bries, der dem Luzer-nischen Anführer in dem Augenblicke des Angriffes den Befehlbrachte, keine Feindseligkeiten zu beginnen, weil man unter-handle, schob dieser, den Inhalt vermuthend und den Erfolgvoraus sehend, in die Tasche, mit der Aeußerung: Jetzt fehleihm die Zeit, ihn zu lesen. Dennoch rettete die anfänglicheUnentschloffenheit und das Zögern der Angreifer die Werner von