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Zweyter Band.
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entsagen, in welchem der Heiland gelebt habe und gestorben sey.Man sprach von Festhalten an dem Thun der frommen Vater,schalt auf die nnzeitige Nachgiebigkeit des geistlichen Standesund auf die Neigung seiner jungem Glieder zu Neuerungen.Viele in GlaruS wollten eS nicht verschulden, daß die Sonnezu einer andern Zeit als bisher durch die Felsenkluft bey Elm (* (**) )blicken sollte. Im Bern-Gebiethe bedauerte man es, daß dieBären im Stadtgraben nun nicht mehr auf Weihnacht Jungewerfen sollten. Manche Katholischen neckten ihre Nachbarn überden gezwungenen Schritt zu naher Rückkehr in den alten Glau-ben. Jetzt vergrößerte sich die Abneigung des Volkes. Ver-eitelt wurde der Versuch einiger denkenden Männer in Zürich,bey diesem Anlasse die albernen Zeichen und andere Abgeschmackt-heiten aus dem Kalender zu verdrängen. Die reformirten Grau-bündner entschieden sich für den alten Kalender, eben so dieStadt St. Gallen; von dorther wurde auf LaS Appenzellerlandund aus diesem auf GlaruS gewirkt. Eifersüchtig und entrüstetüber die leichte Zustimmung ihrer Gesandten bey der Tagsatzung,welche kaum einer Strafe entgingen, verwarf die Mehrheit derreformirten Landsgemeine zu GlaruS die Verbesserung. In denLußern Rhoden von Appenzell wagte es niemand, für diese zustimmen, und unter Lärm und Tumult wurden einige Befördererderselben ihrer Rathsstellen entsetzt. In den gemeinen Herr-schaften bewirkte Zürich die Annahme; doch widersetzte sich imRheinthale, aufgereizt von den Appenzellern, ein Theil desVolkes G*).

Bis weit in das zweyte Jahrzehend des XVIII Jahrhunderts

G) Das Martinsloch, durch welches sie um Michaelis und imMärz die Kirche zu Elm bescheint.

(**) 1724 folgte St. Galien dem Beyspiele der übrigen evan-gelischen Städte nach. In Bünden 17S6 der reformirte Theil desPusclav; 178Z das obere Engadin und Bregel; i?8ä Chur undnoch andere Gemeinen. Bey der Skaatsumwälzung wurde der neue