1IZ
am 17 December 1706 wurde dasselbe zu Chur besiegelt. Gleich-wohl kamen die gehofften Werbungen nicht zu Stande, weil derKriegsschauplatz in Italien sich mittlerweile zum Nachtheile derFranzösischen Waffen von der Venetianischen Grenze entferntHatte. — Nach dem Ausbruche des TürkenkriegeS erhielt Venedig1716 drey Mgimenter aus einigen Schweizerischen Cantonenund aus Bünden, welche in Dalmatien gebraucht, im folgendenJahre durch einen großen Theil der verabschiedeten Schweizer,welche in Oesterreichs Solde die Waldstädte bewacht hatten , ver-stärkt, und nach dem Frieden 1719 wieder abgedankt wurden.
Uneinigkeiten zwischen den Bürgern zu Rappersweil und dieBerufung der einen auf ihre Schirmherren hatten 170Z die Folge,daß ein anderer Theil derselben sich mber die Rechte der IV OrteUri, Schwyz, Unterwalden und Glarus wegwerfende Aeußerun-gen erlaubte und von einer Landesherrlichkeit nichts wissen woll-ten. Zu Brunnen und zu Rappersweil traten die Schirmherrenzusammen, um die gegenseitigen Verhältnisse zu untersuchen,und das Volk von Glarus war so entrüstet, daß eine LandSge-meine versammelt wurde. Ermahnungen wirkten wenig auf dieStadt; aber als Drohungen denselben nachfolgten, erkannte siedie Oberherrlichkeit der IV Orte an.
Ueber Erhöhung der Zölle zu Steinach, Rorschach und Weilbeschwerten sich die Appenzeller und bezeugten eidlich, jene seyenerhöhet worden. Dagegen bezog sich der Abt Leodegar vonSt. Gallen auf altes Herkommen. Die Appenzeller wandten sichan die Tagsatzung, welche sich von 1702 an oft mit diesem Ge-genstände beschäftigte; allein der Abt wollte ihr Richteramt nichtanerkennen, und als man sich endlich dahin verstand, die Sachedurch Schiedrichter zu entscheiden, zerfielen 1708 auch dieseunter sich.
Als 1702 der Zugerische Obervogt von Hünenberg von demVermögen eines dortigen Angehörigen, welcher nach der Stadtgezogen war, den Abzug forderte, nahmen die drey äußernGemeinden sich nicht nur desselben an, sondern sie wollten auchII- 8