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Zweyter Band.
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Europäischen Politik auf die Erledigung des Spanischen Thronesdurch den bald zu erwartenden Tod deS an Geist und Körpergleich schwachen Carls II, des letzten Sprößlings der Habsbur-gischen Linie in Spanien, gerichtet. Ludwig XI V hatte bey seinerVermählung mit dessen ältester Schwester allen Ansprüchen aufdie Spanische Erbschaft ausdrücklich entsagt; die jüngere war anden Kaiser Leopold I, vermählt, und dieser außerdem der nächsteAnverwandte aus dem Habsburgischen Mannsstamme. Um dieübrigen Mächte desto weniger durch das Besorgniß zu schrecken,die furchtbare Macht Carls V möchte sich noch ein Mahl in EinemHerrscherhanse vereinigen, suchte der Kaiser die Erbfolge nichtfür sich, sondern für seinen jünger« Schn Carl, indeß der ältere,nachheriger Kaiser Joseph I, sich mit der Oestcrreichischen Monarchiebefriedigen sollte. Dagegen ließ sich Ludwig XIV durch seineVerzichtleistung nicht abhalten, die nähmlichen Ansprüche für sei-nen Enkel, den Herzog Philipp von Anjou, des Dauphinsjünger« Sohn, zu machen. England hingegen suchte, um diein der Folge leicht mögliche Vereinigung der größten Monarchienzu verhüthen, die Erbschaft dem Bayerischen Kurprinzen JosephFerdinand, dem Enkel des Kaisers Leopold von dessen Tochter,Maria Antonio, zuzuwenden. Allein dieser Prinz starb 1699im Kindesalter, und indeß der willenlose, durch entgegengesetzteEinflüsse-bearbeitete Carl II sich zuerst auf die Seite Oesterreichsneigte, welches seit zweyhundert Jahren mit Spanien aufs engsteverbunden gewesen war, entivarfen Frankreich, England undHolland willkürliche Theilungen der in Einer Monarchie ver-einigten Völker und der Erbschaft eines noch lebenden Königes.Aur Gewährleistung des THeilungsvertrages lud Ludwig XIV,i7oo, gleich andern Mächten, auch die Eidsgenossen ein. Alleinsie wollten darüber sich nicht erklären, und schon beunruhigte dieKunde, daß zufolge dieser Theilung die Savoischen Staatengegen Neapel vertauscht werden und in Französische.Hände fallensollten, vor Andern aus Genf und Bern.

Ungeachtet des scheinbaren Einverständnisses mit den See-