15-1
unterstützen; das Stift hingegen sich verpflichtete, in Kriegs-zeiten mit eben so viel Mannschaft Constanz und Bregenz zubesetzen, und mit niemand das MayländischeCapitulat zu erneuern,der nicht die Lombardey vom, Kaiser würde zu Lehen empfangenhaben.
Nicht nur konnte man leicht einsehen, daß die Abtey inOesterreich einen mächtigen Beschützer für ihre besondern Zweckesuche, sondern die Erwähnung der abgerissenen Lande konnte fürAppenzell, die Stadt St. Gallen, das Nheinthal, selbst fürZürich und Andere große Besorgnisse erregen; und ungeachtet dieEidSgenossen den Abt aufforderten, ihnen das Bundes-Jnstrumentvom 28 Juni 1702 vorzulegen, wurde ihnen nur der von denMinistern unterzeichnete Entwurf mitgetheilt. Bald erfuhr derAbt die nachtheiligen Folgen seiner Verbindung. Als die Fran-zosen 1703 in Schwaben eindrangen, weigerte sich das Volk deralten Landschaft, ohne die EidSgenossen zu Felde zu ziehen.Kaum konnte er Zoo Mann aufstellen, und Oesterreich machte ihmstarke Vorwürfe. Auf verschiedenen Tagsatzungen drang man aufdie Aufgebung dieses Bündnisses, und noch 1705 fordertenSchwyz, Glarus und Appenzell, man sollte den Gesandten desAbtes deßwegen den Beysitz versagen.
Die Wllttweiler bequemten sich zur Anlegung der von denLändern gewünschten Straße, und auf den Antrieb der Glarnerund des Rathsherrn Joseph Anton/Stadler lenkte sich die Lands-gemeine zu Schwyz, ungeachtet des Widerstandes der meistenLandesvorsteher, auf die Seite der Toggenburger. Man müssediese unterstützen, wären sie auch Türken und Heiden, sagten dieLandleute. Nicht nur eiferten die reformirten Prediger im Toggen-burg für die Ansprüche des Landes, sondern mehrere bey demSt. Gallischen Volke beliebte Capuziner thaten das Nähmlicheselbst von der Kanzel. Und ohne auf die Verbothe des Abteszu achten, ward am 5 Juni 1703 von mehr als 6000 Toggen-burgern das Landrecht in Gegenwart der Gesandten von Schwyzund. Glarus zu Wattweil beschworen. Nun rief der Abt selbst das