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zu behaupten; aber nichts desto weniger herrschte unter ihnen,selbst unter den Vorstehern, Uneinigkeit. Oft ging man vonAnmaßungen zur Kleinmnthigkeit über, und die Zahl der Katho-liken , welche sich wieder an den Abt anschlössen, vermehrte sich.
Mehrere Jahre hindurch waren Niclaus Rüdlinger aus demThurthale, ein Reformirter, und Rudolf Keller von Bütschweil,ein Katholik, ihre Anführer gewesen; aber weit voraus den größtenEinfluß erhielt allmählig der Advocat Ulrich Nabholz von Zürich,dessen,sie sich zuerst nur als eines Sachwalters bey den Tagsatzun-gen und Conferenzen bedient Hatten. Entschlossenheit, Volks-beredsamkeit, die Gabe, sich aus unvorhergesehenen und ver-wickelten Verhältnissen bald heraus zu finden, ein munterer Sinn,Uneigennützigkeit, Liebe für die Sache, welcher er sich gewidmethatte, und eine vollständige Kenntniß der Geschichte und der Ver-hältnisse des Landes erwarben diesem Manne, der zuerst dasSchuster-Handwerk gelernt, dann als Soldat sich Hatte anwer-ben lassen, als Ausreißer nur durch einen glücklichen Wurf derTodesstrafe entgangen war, ein beynahe allgemeines Vertrauen.Um seinem Ansehen die Wage zu Halten, setzte der Abt, auf dieEmpfehlungen der katholischen Orte, den eben so allgemein ge-schützten, als Opfer für die Volkssache betrachteten Germann inFreyheit; allein dieser schloß sich sogleich wieder an seine Lanös-leute. Heftigere Maßregeln hinderte zu Zürich vornehmlich deralte Bürgermeister Heinrich Escher, indeß zu Bern, wo vieleMitglieder des Rathes noch zurück hielten, der Schultheiß Willa-ding die raschem Entschlüsse beförderte. In den katholischenOrten wirkte mehr als kein Anderer der Schultheiß Dürler vonLuzern für die Sache des Abtes.
E) Nach der Besetzung des Klosters St. Gallen 1712 fandman ein Verzeichrnß von der Hand des Abtes über die Summen,welche verschiedene Magistratspersonen der V Orts , vornehmlich vonSchwyz, seit 1701 erhalten hakten, oder die für dieselben verwandtwurden, an einem Orts mit der Bemerkung: pro mors gemis im-II.