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nehmen und das Glück der Waffen zu versuchen. Weil sie sichnicht getrauten, einen offenen Angriff auf die feste Stellung derWerner bey der Einser-Brücke zu versuchen, und dagegen jeder^Unterstützung des von den Kapuzinern bearbeiteten LuzernischenLandvolkes versichert waren, gingen sie am 19 Abends über die-jenige von Gislikon; sie führten 2 Stücke mit, und ihr Feld-zeichen war die Freyfahne, welche in dem an einer Stangeemporgetragenen Bildnisse des Bruders Claus bestand.
Während daß in dieser ganzen Gegend die Sturmglocken er-tönten, Bewaffnete von allen Seiten her sich versammelten und,alle Kriegsrüsiungen wieder angehoben wurden, war den Bernernund Zürichern von alle diesem nichts bekannt. Durch die 200Mann, welche bey Eins lagen und die dortige Brücke besetzten,glaubte man diesen Posten, in der Zuversicht auf den Friedenmit Luzern, gegen einen Angriff von Zug, Schwyz und Un-tmvalden gedeckt, um so vielmehr, da 6 ooo Züricher bey Kno-nau und Maschwanden standen. Das 7000 bis 8 ooo Mannstarke Bernerische Heer war, ungeachtet es vom Nucken her nie-manden zu fürchten hatte, bey Muri stehen geblieben, vielleichtweil das General-Quartier sich daselbst besser und bequemer be-fand (*). Mit Sins standen die Züricher in keiner Verbindung,weil der Canton Aug dazwischen lag und noch immer die Can-tone gegenseitig ihr unmittelbares Gebieth geschont Hatten. Andas Schlagen einer Brücke über die Reuß zur Verbindung bey-der Heere dachte niemand, ungeachtet schon im Cappeler-Kriege«ine solche war errichtet worden.
Durch Luzernische Landleute verstärkt, doch ohne die entfern-tem zu erwarten, und von Waldungen und Hügeln gedeckt,näherten die unter der Freyfahne vereinigten .Scharen sich auf
G) Zahllose Beyspiele von großen Verlusten, welche durch dieVorliebe höherer und niederer Befehlshaber für Gemächlichkeit undein- gure Tafel veranlaßt wurden, liefert die allgemeine Militär-Geschichte.