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Zweyter Band.
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die ersten Befehlshaber auf keine Ausnahme Ansprüche machten,führten sie ihre Fahnen beynahe immer zum Siege. — Zürichkam wahrend des Krieges der gute Wille seines Volkes vorzüg-lich zu Statten, und vielfache Erfahrungen hatten ihm gezeigt,daß man nie ohne Schaden und Gefahr sein Kriegswesen ver-nachlässigt. Hieven war man damahls so durchdrungen, daßdas Bedürfniß, gute Offiziere zu bilden, 1715 als Grund ge-braucht wurde, um mit den Niederlanden Unterhandlungen übereine Capitulation anzufangen.

Obgleich Frankreich, Oesterreich und ihre Bothschafter auchdieß Mahl ihren Einfluß anf Kosten der Ruhe und Eintrachtder Schweiz zu befestigen suchten, so ist eS doch keineswegs wahr-scheinlich, daß Frankreich den Toggenburger-Krieg gewünschtober angefacht Haben sollte. Diese Macht kannte die Vortheile,welche ihr, ungeachtet des gestiegenen Einflusses anderer Staaten,der Schweizerdienst und die Neutralität dieses Landes verschaff-ten, zu wohl, um den Untergang desselben und dadurch die wahr-scheinliche Vergrößerung der Macht seiner Gegner herbey führenzu wollen. Frankreich war den V Orten so zugethan, den Züri-chern und Bernern hingegen so wenig geneigt, daß es unmöglichdie erstem, deren schlechte Kriegsverfaffung ihm nicht verborgenwar, der Gefahr aussetzen konnte, ihren Gegnern zu unterliegen.Noch weniger lag es während des Successions-Krieges in seiner Po-litik, den Abt, seinen erklärten Gegner, zu begünstigen, derdem Kaiser und dem Reiche einen festen Fuß in der Schweiz ver-schaffen wollte; und wie hätte du Luc in seiner Denkschrift sichdarauf berufen dürfen, er habe die V Orte vom Kriege abgemahnt,wenn dieß unwahr gewesen wäre? Nur die bey Ludwig XIV vor-herrschend gewordene Andächteley und das Ansehen deS Papsteskonnten den abgelebten König endlich zup Theilnahme an demSchicksale des Abtes bewegen. Clemens XI dankt zwar in sei-nem Briefe vom 11 Juni 1712 Ludwig XIV, daß er die W-schützung der katholischen Cantone gegen die ketzerischen auf sichgenommen habe, und bestärkt ihn in seinem Vorsätze, den er vor-