225
erklären würden. Er versicherte sie, die Zurückgabe der Erobe-rungen würde die Bedingung seyn, ohne welche Frankreich denReformirten den Zutritt nicht gestatten werde. Sollten diese dieZurückgabe verweigern, so werde der König hinreichende Mittelergreifen, um sie dazu zu nöthigen. Noch fand das angetragen«Bündniß in den katholischen Orten starken Widerspruch. Du Luchatte seinen ganzen Einfluß angewandt, um in Luzern ein«Schultheißen-, in Uri eine Landammann-, an andern Orten an-dere Wahlen auf Männer fallen zu machen, die er als Frankreichszuverlässige Werkzeuge ansah. Gleichwohl widersetzte sich ihm derSchultheiß Balthasar, den er hatte wählen lassen, und er mußtesich neue Anhänger daselbst erkaufen, um den Widerspruch niederzu schlagen. Zu Solothurn in seinem Wohnsitze erhielt er nureine Mehrheit von zehn Stimmen, und noch ungünstiger warzuerst die Stimmung zu Freyburg. Auf einer Zusammenkunft,welche er mit den Gesandten der katholischen Orte im Decemberzu Luzern hielt, gelang eS ihm endlich durch dir Beyhülfe deSSpanischen Gesandten Beretti Landi, und des Nuntius, der jetztFrankreichs Absichten unterstützte, noch während der Dauer desmit allen Eiösgenossen geschlossenen Bündnisses ein absonderlichesmit den Katholischen und Wallis zu Stande zu bringen, welchesdem Französischen Hofe das Recht einräumte, manches zu fordern,was bisher seinen Anmaßungen nur dann geglückt hatte, wen»die Cantone sich uneinig und schwach zeigten, waS ihm hingegenversagt wurde, so bald ein besserer Geist die Eidsgenosscn belebte.Das neue Bündniß war auf keine Zeit beschränkt. Der Königmußte nicht mehr um die Werbungen ansuchen; er wurde durch§ 5 der Schiedrichter seiner Verbündeten. Er konnte sich in ihreZwißigkeiken mischen,,so bald eine leidenschaftliche oder bestocheneMehrheit einer CantonSregierunq seine Dazwischenkunft anrief.Mehrere Artikel waren zum Vortheile Frankreichs weiter ausge-dehnt, als vorher. Das vormahlige unparteyische Schiedrichter-amt über gegenseitige Ansprüche der Contrahenten fiel gänzlichweg; man schmiegte sich in die Fesseln, ohne nur zu wissen, wen