Band 
Zweyter Band.
Seite
241
JPEG-Download
 

Durch ein Breve sprach Clemens XI den Abt und alle seineNachfolger von der Beobachtung des Friedens-Vertrages gänzlichlos, »gerade als wäre die unglückliche Unterhandlung nie vor-handen gewesen"(*). Schwyz beklagte sich, daß der Abt ohnesein Wissen den Frieden geschloffen und durch § 76 das Landrechtgänzlich beseitigt habe. Die Abkey sah es dagegen nicht ungerne,daß diese alte Verbindung der Schwyzer und Glarner mit denToggenbUkgern nun stillschweigend ausgelöst war.

Mehrere Mahle war während der Neunziger-Jahre die durchdie auswärtigen Sperrungen veranlaßte und durch Mißwachs ver-mehrte Lheurung zur wirklichen Hungersnoth geworden. Drin-genden Vorstellungen setzten der Kaiser und das Reich die Forde-rung entgegen, die Eidsgenoffen sollten ihre Truppen aus Frank-reich zurückberufen, weil diese Macht sie, den Verträgen zuwider,gegen das Reich gebrauche. Obrigkeiten selbst begünstigten Aus-wanderungen. Viele Leute wurden in dem Winter und Früh-ling von 1692 auf 1693 durch den Mangel so entkräftet, daßsie zu angestrengter, Arbeit beynahe unfähig waren. Manchestarben vor Hunger oder durch den Genuß widernatürlicher Nah-rungsmittel, indem man selbst Gras und Kräuter verzehrte. An-dere hatten ihre Kleider und Hausgeräthe verkaufen muffen. Am31 December theilte man in dem Almosen-Amte zu Hürich 7759Menschen Unterstützungen aus. Der Mlitt(**) Korn war auf 11 fl.,die Tanse (Butte) weiße Rüben auf 36 ß., gelbe auf 1 fi. 20 ß.,Aepfel auf 2 fl. io ß. gestiegen. Durch Getreide, welches manaus Italien und von Marseille herkommen ließ, verschaffte mansich endlich einige Erleichterung. Die Vorräthe, welche Aürich

(') X<i es, ^uss in xrseillcw inksusts li-sctstions convent,luerune ollLervsnIs, zrerinäe se si nunrznsrn eonventa kuissenl»ruillo mo6o ieneei.

G") Der Müll Ivo bis Iio Pfund. Eine Tanse ungefährr Cubikfuß. Ein Züricher-Gulden oder 40 Schilling - i Gulden6 Kreuzer Rheinisch.

II.

16