Band 
Zweyter Band.
Seite
260
JPEG-Download
 

r6a

gekehrt büßte, einige Jahre später, öer Peöell öes Antistes denbloßen Schein der gefiirchteten Künste durch die Strafe des Schwer-tes. Er hatte nähmlich in der Wohnung des Antistes zu verschie-denen Zeiten den Poltergeist gespielt, theils aus Neckerey, theilsum einen unerlaubten Umgang mit Weibspersonen und einige Ent-wendungen dadurch zu verbergen. — Als Opfer der Anklageder Zauberey starb, 1714 , ein sechzehnjähriges Mädchen auf demHeinzenberge in Bünden. — Diese einzelnen, aus der großenMenge der Gewaltthaten heraus gehobenen Blutschulden mögenwarnend die Verirrungen zeigen, in welche der menschliche Geistausschweift, wenn er die Bahnen verläßt, auf denen Vernunftund Wahrheit ihm leuchten, und neben vielem Andern, als Beweisdienen, wie groß die Täuschung ist, welche die vorgebliche glück-liche Unwissenheit der so geheißenen bessern, verflossenen Jahrhun-

geschildert wird. Nach Herentanzplätzen zu Dettigbofen, Verwan-den und auf einem acht Stunden weit entfernten Berge seyen sieauf Schurgstecken (Ofengabsln) hingerissen, welche mit einer von,Teufel erhaltenen Salbe bestrichen waren; eine Frau sey auf einemBocke, eins andere auf einer Ente reitend angekommen; dort habeman einige zur Zeit des Prozesses verstorbene Männer von Master-fingen, den Schmied von Büel, und den Satan selbst angetroffen.Jede Weibsperson hatte ihren besondern Unhold. Einer derselbenhabe Loren; geheißen, und die Jnculpatinn will von ihm Zigeune-rinn genannt worden seyn. Man habe getanzt, dann sich an einenrunden Tisch gesetzt, wo Satan, welchem man den Hintern küßte,aus einem Sessel die oberste Stelle einnahm, sie mit Fleisch, wel-ches von einem Aas herzukommen schien, und mit Wein, der nachRauch und Schießpulver schmeckte, bewirthet habe. — Auch in ihreWohnungen und Familien-Zusammenkünfte sey der Teufel gekommenund habe mit ihnen getanzt. Durch Berührung, Anblasen, Dar-reichung von Getränken, u. dgl. haben sie Kindern und Erwach-senen, auch Thieren Lähmungen, Geschwülsten, und andere Krank-heiten beygebracht, auch Gewächse verwelken gemacht. EinigenKühen ihrer Nachbarn haben sie die Milch entzogen, und diese in