Band 
Zweyter Band.
Seite
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S61

Lecke zurück wünscht und mit Sitteneinfalt verwechselt, die aberselten neben Rohigkeit und Unwissenheit besteht, und immer einemoralische Ausbildung voraus setzt. So sehr e« zu beklagen ist,wenn der Witz es versucht, historische Denkmähler oder vorhan-dene Beweise einer solchen Sitteneinfalt zu belächeln oder mit Kothzu bewerfen, eben so sehr muß man sich huthen, die so ebengerügte öftere Verwechselung zu begehen. Jeder Aberglaube lei-tet zu noch größerem hin.

Von einer verständigen, auf Belehrung ausgehenden Polemikwar zwischen beyden Neligionsparteyen, nur selten eine Spur vor-handen, sondern man bekämpfte sich gegenseitig mit rohen Aus-fällen und wirklichen Beschimpfungen. Von der langen Reiheder heut zu Tage beynahe ganz vergessenen Schriften dieser Artmögen nur einige wenige als Beyspiele dienen. Während des

ihren eigenen Stuben aus dem Handwische gemolken Das voneinem der Angeschuldigten gemachte Geständniß, man habe die Küheder Nachbarn in den Ställen gemolken und die Milch heimgetra-gen, verfolgten die Jnquirenksn nicht, sondern sie drangen auf dieBestätigung der Angabe vom Melken des Handwischss. Die Ochsenvor einem Wagen sollten dadurch bestellt (auf der Stelle fest gehal-ten) worden seyn, daß man mit den Worten: „Jn'L Teufels Nah-men" unter dem Wagen durchkroch und ein schwarzes Pulver,welches der Unhold gegeben habe, unter die Räder streute; durchLurückkriechen von'der andern Seite her sey diese Bestellung auf -gehoben worden. Elisabeth Rutschmann antwortete aus die Frage,was für Lähmungen u. dgl. sie verursacht habe: Der Teufel habesie durch eine zerbrochene Fensterscheibe in eine Stube geschoben undeine Katze sey ihr nachgesprungen, sie habe daselbst einem Wiegen-kinde das Herzchen berührt, wovon dasselbe lahm geworden sey»u. A. m. Die meisten dieser Unglücklichen, von denen einige wahr-scheinlich durch Bekrieger getäuscht, selbst scheinen geglaubt zu ha-ken, ste seyen im Besitze zauberischer Kräfte, gingen mit Aeuße-rungen von Reue und Sattheit des Lebens, die auch eine Folgedes betäubenden Verfahrens seyn mochte, dem Tode entgegen.