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in Anregung; allein auf die Erläuterungen, welche Kürich gab,blieb die Sache ohne andere Folgen.
Die Versprechungen, welche die Graubündner während desSpanischen Erbfolgekrieges von den Oesterreichischen Agenten er-halten hatten, waren, ungeachtet öfterer Erinnerungen, nie inErfüllung gegangen, und am Ende erklärte der Statthalter vonMailand, dieß werde nie geschehen, weil der OesterreichischeBeauftragte seine Vollmachten überschritten habe.
Seit geraumer Zeit hatten die Reformirten sich Frankreichs,die Katholischen Oesterreichs vorherrschendem Einflüsse hingege-ben. Noch andere Gegenstände trennten die beyden Religions-parteyen. 1725 lvaren in dem kleinen Bergdorfe Trons, in demGerichte Ortenstein, heftige Streitigkeiten über den Gebrauch derKirche entstanden, und der Bischof forderte vor dem Bundes-tage die Ausschließung der Reformirten. — Schon gedachten 1724die Katholischen einseitig das Mailändische Capitulat zu erneuern,und dieß trug dazu bey, daß ein Theil der Reformirten, umnicht ausgeschlossen zu werden, diesem Plane beystimmte. Sowurde 1726 das Capitulat erneuert, und am 24 October be-schworen. Es gewährte einige Erleichterungen in der Ausfuhrdes Getreides und in den Zöllen, und die Zahl der sechs ka-tholischen Jünglinge, welche unentgeldlich zu Mailand und Pa-ria studiren konnten, wurde verdoppelt.
Den Französisch-Gesinnten und vielen Andern mißfiel dieserVertrag, und nicht weniger mißbilligten sie die Erneuerung derzwar schon in dem Capitulate von 1639 enthaltenen, aber nie-mahls vollzogenen Bestimmung, daß die Reformirten Veltlin undEleven verlassen sollten. Der Bürgermeister Johann Baptist vonAscharner zu Chur wurde als Beförderer dieses Vertrages durchden Einfluß der Französischen Partey von seiner Stelle verdrängt.Im Januar 1728 forderte ein Congreß der Bundnerischen Häup-ter-zu Chur den verfassungsmäßigen Präsidenten Andreas vonbalis auf, sein Siegel einem Edicte aufzudrücken, durch welcheseinigen reformirten Familien, welche im Veltlin zurückgebliebenH- 21