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Zuschriften der Conferenz zu St. Gallen an beyde Theile hat-ten die Wirkung, daß zuerst die neue Obrigkeit nach Trogenentboth, sie sey bereit, ihre Bewaffneten zu entlassen, und daßauch zu Trogen das Nähmliche geschah. Endlich erklärte auchdie Stadt St. Gallen durch ein gesiegeltes Manifest den äußernRhoden, sie wisse nichts von geheimen Verabredungen.
Hern mißbilligte die zu Herisau gegebene Erklärung. Inseinen Rathsversammlungen und in denjenigen zu Zürich wurdevon thätlichen Mitteln zu Erreichung einer Genugthuung undvon Anrufung des eidgenössischen Rechtes gesprochen. Alleindie Besonnenem hinderten solche heftige Maßregeln, indem sie aufdie bekannte Stimmung der katholischen Orte in Absicht aufden .Toggenburger-Frieden und auf die Gesinnungen des Fran-zösischen Bothschafters aufmerksam machten. — Die neue Obrig-keit entschuldigte „die Ungestümheit öeS Volkes" durch seineFreyheitsliebe. Allmählig verminderte sich die Partey der Lin-den, welche zuerst durch die Unterstützung der Conferenz warermuthigt worden.. Von einer Vermittelung, welche ihre An-führer vorschlugen, wollten die Harten nichts hören. Bey einerneuen Conferenz am 12 April blieben Schafhausen, GlaruSund Diel weg. Neue strenge Maßregeln der Harten bewogendie anwesenden Gesandten zu wiederhshlten Vermittelungs-Ver-suchen. Allein von der neuen Obrigkeit fand sich niemand zuFrauenfelö ein. Daselbst kam es nun so weit, daß die Rededavon ward, „den Herisauern" den Bund aufzukündigen und sievon der Tagsatzung auszuschließen. An die äußern Rhodenwurde in einem, wenig auf den Geist eines aufgeregten demo-kratischen Volkes berechneten Tone geschrieben: man wollesich nicht widersetzen, daß eine Landsgemeine in aller Stille undRuhe gehalten werde. Man schlug vor, auf derselben möchteneidgenössische Abgeordnete oder beeidigte Männer von beydenParteyen den Vorsitz haben, u. drgl. Noch ein Mahl erfolgtezwischen beyden Partehen einige Annäherung. Allein gegen denWillen der Linden, welche Teuffen vorzogen, wurde am 10 May