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Zweyter Band.
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könnten, oder zu verordnen, daß nie weniger als achtzig oderhundert Familien im großen Rathe seyn sollten. Die erledigtenStellen wurden nicht sogleich wieder besetzt, sondern sieben Jahremußten vorüber gehen, oder die Zahl der Rathsglieder unter zwey-hundert herab sinken, ehe es um eine neue Wahl zu thun seynkonnte. Dann wurde über diese Frage im großen Rathe ballo-tirt, und dieß von Zeit zu Zeit wiederhohlt, bis endlich die Wahlbeschlossen wurde. Gewöhnlich verflossen neun bis zehn Jahre,und achtzig bis neunzig Stellen mußten erledigt seyn. Eingrei-fend waren in solchen Zeitpunkten die Reibungen zwischen denParteyen, die durch Beförderung oder Verschiebung der Wahlihre Clienten eher zu befördern hoffen konnten, und groß dieBewegungen, weil von der Erreichung des Zweckes für Manchennicht selten das Glück des Lebens abhieng. Beynahe alle Staats-Jnteressen mußten in solchen Zeitpunkten dem Hauptzwecke einersolchen Entwickelung untergeordnet werden.

Die allmählige Veränderung der Staatsform war wederdurch eine allgemeine Maßregel, noch durch die Theilnahme derBürgerschaft, sondern nur durch einzelne Beschlüsse der jedes-mahligen Machthaber von Zeit zu Zeit hervor gebracht worden.Noch im siebzehnten Jahrhunderte zählte man weit über hundertFamilien-Nahmen im großen Rathe, 1740 noch ungefähr sie-benzig. 1722 wurde die Inschrift des SiegelS: Liviras er oom-munirss in: kcspublivs Lei-nensis verwandelt. Nach der Bur-ger-Besatzung (Vervollständigung des großen Rathes) von 1710verfaßten die zurückgesetzten Unzufriedenen eine Denkschrift, inwelcher sie sich auf ältere Verhältnisse und den Schirmbrief be-riefen. Sie wurde nicht angehört; ihre Verfasser dachten aufgewaltsame Mittel. Von zwey Ungetreuen verrathen, wurdendie Anführer auf zwey Jahre verwiesen, nachher aber durch ein-trägliche Bedienungen zufrieden gestellt, sey es aus Schonung,oder weil man die Stärke der Unzufriedenen berücksichtigen mußte.174Z gaben sechs und zwanzig Bürger eine Denkschrift ein, inwelcher sie von Mißbrauchen bey der Bürger-Besatzung sprachen,