Band 
Zweyter Band.
Seite
364
JPEG-Download
 

36 L

kiel Flitter und Gottfried Kühn in Contumaz und im Bildnissezum Schwerte verurthcilt, der Goldschmied Futter auf hundertund ei» Jahr verbannt, u. s. f.

Für die Verbannten wurden bey ihrer Abreise freywilligeBeysteuern im Betrage von ungefähr 6000 Gulden zusammengelegt. Henzi's Wittwe, eine geborne Malacrida, rief, als siemit ihren zwey unmündigen Söhnen die Schweiz verließ, amUfer des Rheines den Umstehenden zu: „So theuer mir diese Kin-der sind, würde ich dennoch sie lieber in dem Strome-versinkensehen, wenn ich denken sollte, daß sie nicht das Blut ihres Va-ters rächen würden. " Im Geiste des wahren Republikaners,der die Härten oder Gewaltthaten Einzelner nie an dem Va-terlande selbst rächt, blieben sie mit edler Liebe demselben zuge-than. Als Erzieher der Pagen des Prinzen Erbsratthalters lei-stete der Eine nachher im Haag vielen seiner Mitbürger freund-schaftliche Dienste. — Die Regierung von Bern machte die wich-tigsten Urtheile durch den Druck bekannt, und in einem Mani-feste vom 48 September 4749 rechtfertigte sie ihr Verfahren,insbesondere die durch Widerstand veranlaßten Verhaftungen durchBewaffnete, und fügte diesem die bedeutendsten Geständnisse bey.Friederich der Große trug seinem Gouverneur zu Neuenburgauf, der Wernerischen Regierung seine freundschaftlichen Gesin-nungen und seine Theilnahme an der Wohlfahrt Berns zu bezeu-gen, und schloß mit dem angelegenen Wunsche, dasselbe unterdem Schatten einer glücklichen Harmonie und einer Ruhe blü-hen zu sehen, denen keine Feinde Abbruch thun könnten. DenVorschlag, eine zahlreiche Besatzung aufzunehmen und eine Ca-serne zu erbauen, verwarf die Mehrheit des großen Rathes.Man beschränkte sich auf Vermehrung der Stadtwache und

G) Die letzte Denkwürdigkeit dieses für Bern so wichtigen Jah-res war der am 20 December 17^9 erfolgte Tod des Schultheißen-Jsaak Steiger, dessen Emporsteigen aus einer sehr ungünstigenLage die Klagen über Iamilien-Gewalt hätte -a-Verlegen sollen; allein