Band 
Zweyter Band.
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theile in Gefahr zu setzen, welche meistens nur Einzelnen zuTheil werden. Diejenigen, welche in Frankreichs Diensten stan-den, oder von dort her Geld bezogen, priesen dagegen die Ver-bindung mit Frankreich als eine unerläßliche Bedingung derWohlfahrt des Landes. Unklug gaben sie durch die Drohung,die Hülfe der übrigen Orte und Frankreichs selbst nachzusuchen,dem Vorwürfe Raum, sie setzen Religion und Freyheit in Ge-fahr. Weil Französisches Geld jetzt reichlicher den verschiedenenVolksklassen und selbst Geistlichen zufloß, so meinte das Volk,Frankreich werde sein Geld nicht ohne Zweck und Gewinn weg-werfen wollen, und die Söldlinge seyen verkaufte Verrather.Von beyden Seiten erhitzte man die Menge. Die Harten be,droheten die Beförderer der Verbindung mit Frankreich mit derLlutbühne und dem Galgen. Mäßigung und Ermahnungen znrAussöhnung erfuhren auch dieß Mahl die Vorwürfe der Lauheitund Zweydeutigkeit.

An der Spitze der Linden standen die Alt-LandammännerZay und Ceberg und der AmtSstatthalker Carl Reding. Zurück-haltender und ruhiger war der regierende Landammann'Franz AntonReding. Weil das System der Harten den meisten bisherigen Lenkernder Staatspolitik mißfiel, so hoben sich neue Nahmen empor. DerHauptmann Carl Anton Pfeil und der Schneidermeister Städelitraten an die Spitze derselben, indeß sie mit Gewalt und Hef-tigkeit ihren Zweck zu erreichen und den Widerstand nieder zuwerfen strebten. Häufig waren stürmische Landsgemeinen. Alsder Landrath sah, daß sein Widerspruch gegen die neue Capi-tulation ohne Wirkung blieb, befahl er, mit Werbungen innezu-halten. Die Werber, und nahmentlich die Gemahlinn des in Fran-zösischen Diensten stehenden Generals, Joseph Nazar RedingS,gaben ihre Hoffnungen noch nicht auf, weil sie wußten, daßimmer noch eine nicht unbedeutende Partey ihnen zugethan sey,und weil sie auf kräftige Unterstützung hofften. Sie fordertenein schriftliches Erkenntniß. Vor Frankreich und einem Um-schwünge des VolkSsinneS bange, getraute sich der Landrath noch